Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/816/
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©te ©djhrimmer. Bûlwfdwâbler. ©telgfdjwäne. (Schwäne. 
nid)t auf bem $ügel, fonbern gang banebett, mit ben Süßen auf bem ©rüttbe uub im ©ßaffer, inbem fte 
ftd) an i^ren $eget anleljnen imb iïjr Seft mit ihrem ©dfWange bebecfen." 5tudf) SßaltaB brücFt ftd) 
bafiin auB, baff fte an ben jpügel herautreten unb fo bie ©ier bebecfen, fagt aber nicht, ob er auB eigener 
2lttfd)auung fprid^t ober SorftehenbeB einfad) Wieberholt. Naumann begWeifette biefe Angaben auf 
baB ©ntfd)iebenfte, nnb idj bin burd) meine Seobad)tungeu an lebenben Vögeln gu bemfelben ©rgebnifj 
gefommcn, obgleich id) nid)t fo glüdlidj War, fematB einen Raming heim Srüten gu feljen, unb 
eben nur behaupten fann, ba§ ber Sogei am 2Renfalefee in ©gppten brütet, Weil ich, unb gWar im 
9Rai, in bem Segfchlaudje eineB getöbteten ©SeibdjenB ein botlfommen reifeê (Si gefunben habe, 
©egen bie fegeiförmige ©eftalt ber im ©Baffer fteïjenben Hefter taffen ftdj, ben übereinftimmenben 
Angaben früherer unb fpäterer Sfoifenben — beifpietBWeife nod) ©rbignh'B — gegenüber, faunt 
B^beifel ergeben, Woljl aber gegen bie befdjriebene 3trt ber Bebrütung. ©aB ©hatfäd)ltdje rüdfftdjtlidj 
beê SrutgefdjäftB fc^eint gotgenbeB gu fein, ©er planting legt ftd) fein Sceft inmitten beB ©kfferB 
fetbft auf feilten ©teilen, nach Serftd)erung ber Araber hingegen auf flachen, mit fehr nieberem 
©eftrüpp beWadhfenen Unfein an. 3m elfteren galle ifi baB !Tceft ein fegeliger Raufen non 
©d)lamm, melier mit ben güfen gufammengefd)arrt, Wahrfdjeinlich burcf) ©Safferpflangen unb ber; 
gleichen gebietet unb fo hod) aufgerichtet Wirb, bafj bie ©Rulbe einen biB anberthalb gu§ über bem 
SBaffertyiegel liegt, im lederen nur eine feilte, im Soben felbft auBgefcparrte 2RuIbe, in tueld^er 
man, Suie mir bie Araber ergählten, eine bürftige Sage auB ©chitf unb SRoljrblcitfern finbet. ©ie 
2luga§I ber ©ier beträgt gewöljnlidj gSuei; eB mag jeboc^ oorfommen, ba§ aud) einmal ihrer brei 
in einem SRefte liegen, ©ie ftnb feljr geftredt, meift unglei^älftg,'Çaben eine Weiche, fretbige 
unb ebene ©d^ate unb feljen falfsueiß auB. ©er Söget brütet ungWeifetljaft, inbem er ftdfj mit 
gufammengefnicf ten Seinen auf baB 3^eft fe^t; eB fann jebod) gefd^e^en, ba§ er guioeilen eineB 
feiner Seine nach hinten auBftrecft unb über ben Dtanb beB ScefteB ^inab§ängen läßt, ©ie Beit ber 
Sebrütung fod breißig biB gSueiunbbreißig ©age Währen, unb baB ©ßeibdjen fein ©Ränndjen burd) 
lauteB ©freien gum ©ßedjfetn einlaben. 
3. b. äRüller behauptet, gehört gu haben, bat î>er glaming in ber ©amargue bor einigen 
3a§ren häufig gebrütet habe unb ein grangofe manchmal größere barren bod ©ier Wegfaljren 
konnte, fügt biefer offenbaren Unwahrheit auch ^ingu, baß er ©ieB feljr Woljl glaube, ba bie glamingB 
ftetB gefeïïfdjaftltdj in langen fRei§eu auf ber ©rbe niften follen, unb man alfo bie ©ier leidjt ein; 
fammeln fönne. Slnbere gorfd)er ftnb minber glücflidj gewefen mit ©ent, WaB fte erfahren fonnten; 
jebenfallB fteïjt fobiel feft, baf eB gu ben grofen SluBnahmen gehört, Suenit glamingB Wirflid) 
in ©uropa brüten, ©albabori Ijat ftd) nergeblidj bemüht, etWaB über baB Srutgefc^äft beB bon 
i^nt oft beobachteten SogelB erfahren gu fönnen; er hat gloar mieberholt maufernbe 3unge in ben jpän; 
ben gehabt, aber nientalB ein üReft ober ©ier ftnben lönnett, obwohl bep; gifchern bie ©ad)e bielfach 
empfohlen Worben War. ,,©ie 3ftad)forfchungen ber le^teren", fagt er, „hätten leicht gemadf Werben 
ntüffen burch bie feltfame gorm beB üRefteB, WeUfeB in einem nicht fel)r grofen ©ee, wie ber bon 
©faffa, fchWer unbemerft hätte bleiben fönnen, gumal einer fo grofen Slngahl gifd)ern fo biele 
3ahre hiîtburch." 
©ie 3«ngen follen halb nach bem 5luBfd)lüpfen inB Staffer geführt Werben, h^r bom erfien 
©age threB SebenB an umherfdjwimmen unb halb auch ßhr fertig laufen fönnen, aber erft nach 
mehreren ÜÜRonaten flugfähig fein. 
©ie 3agb beB glaming erforbert gro^e Sorftdht. Sei ©age läßt ein .Speer ber ängfilidjett 
©efchöpfe ben 3äger nid^t einmal auf Süchfenfd)ufWeite au ftch .heranfontmen; beim üRahrmtg; 
fucpen halten ftetB mehrere ber älteren ©Sache unb Warnen bie ©efammtheit beim ^erannahen einer 
©efahr. DcachtB hingegen taffen fte ftch leichter berüdfett. ©albabori berftchert, ba§ eB bann nicht 
fchWer fei, fte mit ©dhroten gu fließen, unb bie Araber ergählten mir, ba§ man fte noch einfacher 
erbeuten föune. 3Ran fpannt nad)tB gWifd)en gWei Sarfen gewöhnlich gifd)ttehe auB unb fegelt mit 
it)nen unter eine glantiugherbe; bie erf
    

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