Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/780/
740 
Sie Säufer. ©telgoögel. ©elßVögel Sailen. 
melche einige Sehnlidjfeitmit ber nnferer Silben ipolg taube hat, aber meit tauter (galtenb nnb bon 
einigen anberen ^djltönen begleitet ift. 3utoeilen erblidten ïotr bie Sniuma!, mie fxe bon ben ©anb; 
bauten an nnb in bem fÇïuffe flol^ einher gingen. Sâljerten mir uni ihnen einigermaßen, fo ftogen 
fxe auf nnb glichen nun burd) bie breite §täd)e iljret f^tügel, burd) ihre $arbe nnb ihren ^lügelfchlag 
ben Urubu!. ©ie fußten al!baun immer auf ber ^ol;en $roue eine! bid)t belaubten Sklbbaume!, 
bon mo au! fxe häußg il)re ©timme hören ließen, mäljrenb man fte feiten feljen fonnte. Sn ber 
Srutgeit beobachtet man ben Slniuma ßaartoeife, übrigen! gu hier, fünf bi! fed)! ©tüden bereinigt, 
©ie gehen nad) ihrer Salßung auf ben ©anbbänfen im fytuffe umher ober in ben in jenen Ufern fehr 
häufig bortommenben, nid)t mit Säumen bemachfenen ©ümpfen. SMe Salbung fdeint hauptfächlid) 
in ^Sflan^enfhoffen gu hefteten ; menigßen! habe ^ fünf bi! fed)! biefer Sogei unterfudß unb in ihrem 
Stagen nur grüne Slättcr einer @ra!art unb einer anberen breitblätterigcn ©untpfhflange gefunben." 
„£)a! Seß foK man in ben 2Balbfümßfeu unmeit be! bluffe! auf bem Soben finben. ©! enthält, 
nach Serßdjerung ber Sotofuben, gmei große, meiße (Sier unb befteht blo! au! einigen Seiferdhen. 
SDie jungen laufen fogleid). £)a! ^leifd) liebt man nicht; bie ^portugiefen effen e! nicht, befto 
gieriger bie Sotofuben. £)ie frönen großen ©chmungfebent benu|t man gum ©djreiben ; bie ©d)mang; 
febern toerben bon ben SMlben gu ihren pfeifen Oerbraudß. S)er gemeine Siann ^at ben 2lber; 
glauben, baß biefer Söget jebeêmal gubor ba! ©tirnhern in! SBaffer tauche, menu er trinfen trill." 
„Staregrabe nennt ben Sniuma einen SaubOogel, befchreibt ihn übrigen! gut unb gibt aud) bie 
©timme burd) ba! Sßort „Sil)u" fet;r richtig au. Gr rebet ferner bon ber Ungertrennlid)feit beiber 
Gatten, iuobon mir bie braßlianifd)en Säger aber Sicht! mitgetheitt haben." 
©egähmte Slniuma! geigen fxch folgfam, taffen ßd) mit $ül)nern gufammenhalten unb fangen 
ohne Soth feinen ©treit an. ®er Gefangene, mcldjer im lonboner Thiergarten lebte, mar gegen 
Steufchen fehr gutraulid), fefße ßd) aber .Spunben fofort gur 23el)re unb mußte feinen $liigelfporen fo 
bortrefflich gu gebrauchen, baß er bie Vierfüßler mit einem eiugigett ©chlage in bie fvlucht trieb. 
£;ie Sfd)aja (Chauna Chavaria) trägt fein §om auf ber ©tim unb unterfd)eibet ßd) bont 
Slniuma noch außerbem burch ben etma! fürgereu @d)nabel, ben nadten 3ügel unb ba! gmar fehr 
meiche, aber nicht fammtige ©eßeber be! $oßfe! unb Jpalfe!, melde! im Sa den einen ©d)ohf bilbet. 
SDie Gebern be! £>berfoßfe! unb ber ipollc ßnb grau, bie ber Soangen, $el)le unb be! Oberljalfe! 
meiß, bie be! Stautel! bunfclbrauu, bie be! Saden!, ber Sorbcrbntß bunfetafdblau, berfylügelranb, 
bie inneren SDedfebern, bie Saud); unb bie ©teißgegeub treißlid). ®a! Stuge iß gelb, ber3üget 
unb nadte Sugenriug fleifd)roth, ber ©chnabel fdjmarg, ber guß lidtrotj). ©te £äuge beträgt 32, 
bie ^ittigtäuge 19, bie ©d)manglänge 8 3od. 
£)ie Sfd)aja gehört bem ©üboften Sraßlien! unb ben öaptata ; ©taaten au. ©ie lebt ebeufo; 
mold an ben großen Saguneu, im Sanbc, mie an ben ^lußufern, halb einfam, halb baarmeife, halb 
in gasreichen Strupf}!. 2ln ben fylüffen trifft man fie nur ba, mo ba! Ufer ßad), unb ba! Staffer 
nicht tief iß, auch nidß ßarf ßrömt; ße geht gmar oft in! Staffer, fchmimrnt aber nicht. Stuf bem 
Soben, ihrem gemöhnlid)en 2lufenthalt!orte, bemegt ße fier ^lug 
felbß iß gefd;idt unb fdjeint auch nid)t gu ermüben, ba bie ïfdjaja fehr oft hod) in bie Suft ßeigt unb 
ßd) freifenb fo hoch he^ ^aß man ße nicht mehr mahrnimmt. Shre ©timme tönt laut, fdjarf unb 
heü, bie be! Stänndjen! mie „ Vfc^aja", bie be! Söeibdjcn! mie „ïfdajali". Seibe ©atten rufen Sei, 
bei Sad)t ebenfomohl mie bei Sage unb antmorten ß
    

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.