Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/777/
?lgaint. 
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f)ört man einen fdürfen, toiïbcit Sd)rei nnb bann ein buntpfel, trommelnbe! ©eräufd), meld)e! Bet 
gefdjloffenent Schnabel heroorgebradjt mirb, eine äftinute fortbauert, mehr unb mehr ftd) abfd)mäd)t 
unb belhalb au! immer größerer Entfernung hergutönen fd)eint, aber nid)t unangenehm flingt; 
hierauf folgt eine ©aufe oon Wenigen Minuten, unb bann oon neuem ba! Schreien unb S3*aud^rebett. 
£)ie S^bianer glauben, baß le^tere! im Unterleibe entfiele, eine Meinung, meld)e fid) bem S3eobad)ter 
beê lebenben ©ogell, meld)cr ftel)t, mie beim ©attd)reben ber ©ruftfaften fidh bemegt, ober bem $er; 
glieberer, meld)er ba! eigentliche Stirnrnmerfgeug unterfudht, fofort all irrig ermeift. „Die an ihrer 
oberen Hälfte einem Sd)manenfiele gleiche Luftröhre", fagt öpig, „oerengert fid), fobalb fie in 
ben ©ruftfaften eintritt unb fteht nach beiben Seiten mit gioei häutigen, ha^u3e%en ©ädfen in 
©erbinbung, oon melden ber red)te, größere in bret ober oier Kammern gertheilt erfdjeint. SDUttet! 
ber SDUilfelthätigfeit be! ©ruftfaften! mirb bie Suft bttrd) enge Deffnungen in jene gufammengefeßten 
Säde gegmäitgt unb bringt bei bem Durchgänge, oiefteioffirlid^cn Sprüngen, geigt große Çreube, njeutt 
ber ©ebieter nach längerer Slbmefenheit mieber gurüdtommt, unb ift eiferfüc^tig auf anbere Dh^ve, 
metd;e bie Siebe bei jperrn mit ihm theiten. $ür Siebfofungen geigt er ftd) fehr empfänglich, bulbet 
el g. ©., baß man ihm in $opf unb ipal! traut, forbert fogar gtt ber anberen ©ögeln höcpft unatt; 
genehmen ©erüt)rung förmlich auf. ©efannten bei £aufe! ermeift er Ehrerbietung, $rembe betrachtet 
er mit Abneigung unb gemiffe ©erfonen mit ,!paß. Seine £>errfd)fud)t geigt er übrigen! nid)t blo! 
bem ipaulgeflügel, fonbern aud) £unben unb ®aßen gegenüber, melden er fühlt gu Selbe geht, mal)r; 
fdhetnlich meil er für feine Untergebenen fürchtet. Ein ©efangener bei Slfflimatifationlgarten! in 
Vart! führt einen Raufen kühner, all ob er beren $err märe, ruft fte herbei unb *gludft. ©on 
anberen hat man 5lehntid)e! beobachtet. Eingelne follen, mie Æranid)e, ' felbft Schafherben auf ber » 
Söeibe bemachen. $n ben Strafen ber Drtfcbaften oon ©upana fteht man oft meld)e frei umher; 
taufen; beim fte fhtben ftd) auch, menu fte ftd) meit oom Jpaufe entfernen, regelmäßig mieber ein. 
SKadh Schorn bürgt pflangen fidh *>ie ©efangenen gumeiten fort. 
* * 
teuere ^aturforf^er ftnb ber Slnftdht, baß bie 2Bel)röögel (Palamedeae), meld)e gemöhnlich 
ben fallen gugered)net merben, biefen gar nid)t angehören, fonbern eher mit ben Schaf u; unb ©roß; 
fußhühnern Oereinigt merben müffen; anbere unb unter if)nen bie tüdhtigften ©eobad)ter, mefd)e jene 
au! eigener Slnfchauung fennen lernten, fel)eu fte all entfd)iebene ©ermanbte ber fallen unb 
Sumpfhühner an, obmohf fte gugeftehen, baß audh bie Sebenimeife ihr Eigenthümliche! hat. ^ebeu; 
fall! ift man berechtigt, bie fonberbaren ©efchöpfe in einer eigenen Familie gu Oereinigen. Sie ftnb 
SreÇnt, Überleben. IY. 47
        

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