Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/679/
©äbelfdjnäbler. 
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Oer innere Vau weicht Wenig Don bem anberer ©dhnepfenvögel ab. Oie VSirbelfäute befielt 
aug viergehn ipalg;, neun SRücïen; unb acht big neun ©dhWangWirbetn; bag Vruftbein geigt äußere 
unb innere VudEjten, 4oeïdC;e teuere bie größten ftnb; bie .Jpirnfdhale ifi ïtein, bag Jpinterhauptgloch 
groß unb runbtidh; bem ©hnabel fehlt ber inocfyengeïïige Vaftapparat. Oie 3«nge ijl furg unb 
ftumbf, ber 9Jiagen fdhWadhmugïelig. 
2ftan fennt gegenwärtig nur Wenige Strten bon ©äbtern; bief eiben verbreiten ftd^ aber über 
viele Sänber ber ©rbe unb namentlich ber jpeimatgfreig ber europäifdben 2lrt ift feïjr auggebehnt. 
(Sine ©dhilberung biefer Wirb ung l^iniänglic^ mit ber SebengWeife vertraut machen. 
Oer ©äbelfdhnäbler, ^rumm? ober Verf ehrtfdhnabel, 2Bafferf bradfigen ©ee auffudjett Witt. 
3m Vinnentanbe gehört er gu ben größten ©elten^eiten. ©eichte Vieeregfüften ober ©eeufer, beren 
Voben fd^Iammig ift, bilben feinen IMufenthaltgort; ba§er fommt eg, baß ihn in eingelnen ©egenben 
3ebermann fennt, wäljrenb er Wenige äfteilen bavon alg frembartig erfd^eint. 3nt VReere Wedhfelt er, 
laut üftaumann, feinen Aufenthalt mit ber ©bbe unb $tut. Vßenn erftere bie VSatten trodfen 
gelegt hat, fielet man ihn oft eine halbe SUleile Weit von ber eigentlichen ®üfte, wä^renb er vor ber 
$lut gurüdfWeidhenb, nur am ©tranbe fldEj aufhält, ©r gehört gu benfenigen ©eeVögeln, Welche 3eber= 
mann auffallen müffen, Weil fie eine Wahre $ierbe ^eg ©tranbeê bilben. Vei ruhigem ©eben ober 
im ©tehen hält er ben Seib meift Wagered^ unb ben bünnen $atg Sförmig eingegogen. ©ein ©ang 
ift leidet unb verhältnismäßig behenb, obgleich er feiten längere ©tredfen in einem $uge burdhläuft, 
fein $Iug gWar nicht fo fdhneE, Wie ber ber ©tranbläufer, aber immer bodh rafdh genug unb fo 
eigentümlich, baß man ben Vogel in jeher ©ntfernung erfennen fann, ba bie hohen, herabgebogenen 
Flügel, Welche mit Weit augholenben ©dljlâgen bewegt Werben, ber eingegogene ipalg- unb bie langen, 
gerabeaug geftrecften Veine, feïjr begeichnenb .finb. Oen fehr auggebilbetcn ©dhwimmhäuten ent? 
fprechenb, bewegt ftd) ber ©äbelfdhnäbler auch in größerer Viefe ber ©ewäffer; er fdhwimmt fehr 
leidet unb geWanbt unb macht Von biefer ^ertigfeit oft ©ebraudh- Oie hfeifenbe ©timme flingt 
etwag fdhwermüthig, feinelWegê aber unangenehm, ber Socfton ungefähr Wie „Oui" ober „Oütt", 
ber 5j3aarunggruf f lagenb, oft unb rafdh Wieberljolt „^liu", fobaß er gu einem förmlichen 3obeln Wirb. 
©eWöhnlid) fieht man ben ©äbelfdhnäbler im VBaffer, ftehenb ober langfam umhergehenb, mit 
befiänbig nicfenber unb feitlidher Vewegung beê ®ohfeê Nahrung fudhenb, nidht fetten auch grünbelnb, 
Wobei er nach ©ntenart mehr ober We’niger auf bem ®opfe fleht. Oer fonberbare ©dhnabei Wirb 
anberg gebraucht, aig Von ben übrigen ©umpfvögelti, Wie SRaumann fagt, „fäbeinb, inbem ihn ber 
Vogel giemlich rafdh nach einanber feitwärtg rechte unb linfg h^n; hei'beloegt unb babei bie im 
Vßaffer fdhwimmenbe Nahrung, Welche burdh bie Seiften an ber inneren ©dhnabelflädhe feftgehaiten 
Würbe, aufnimmt. Oer ©dhuftervogel burdhfäbelt auf btefe SBeife, langfam fortfdhreitenb, bie fleinen 
5ßfühen, welche ß
    

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