Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/615/
SCrieT. 
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id) felbfi beobachtet, burdf)au3 teilten ©ritnb, jene Angaben gu begtoeifeln. 9cur in einer £>infid)t 
fd)eint ftd) unfer îriel unter atten Umftänben gteid) gu bleiben: fein Stuf enthalte ort ntuf it)nt fîetë 
eine toeite Unifiait ober both eine fidjerc SDedttug gewähren. (Sin Sknoanbter ben il^nt, tt>etd)en id) 
in SOtittelafrifa traf, gefällt ftd) g. S3, im Urloaïbe, aber freiïich nur ba, ioo ber Untertmicp fo bic^t 
ift, bafj e,r ftd) ben S3liden eiiteê geinbeê augetiblidlid) entgiel)cn îann. 
9Jîan muf fagen, baf am Striel Sïüeê auffällt — nid)t blog feine ©eftatt unb in3befottberc 
baê giofe, golbgeïbe ©lofjauge, fonbern and) fein ©ang, fein fÇïng, fein 23eneï)men, lurg, fein gangeê 
SBefen. ©r ift ein greuttb ber ©infamïcit, ioetd)er fxäd)er eghptifd)er 
©täbte ebettfo ficher, oieïïeid)t noch ftd)erer fittb, aïê bie bürren £el)ben bei unê gu Sanbe, ïoeld)e ein 
fdhüfcenbeê ®iefernbidid)t umgeben, ober al3 baê toeite ©antpo unb bie SBüfte, ïoeld)e feiner @inneê= 
fd)ârfe ben toeiteften ©pieïraum bieten. SDaê Vertrauen, ïoetd)es> er in ©gppten geigt, ift blo3 ein 
fdheinbareê ; er ift bort ebenfo fehr auf feiner ,!put, Joie bei un3 gu Sattbe. Uebertagê bemerft man 
it)n fetten, nteifi nur gufättig; benn er hat beu 9Jienfd)en, toeïd)er ftd) feinem ©tauborte naht, oiel 
eher gef eben, aï3 bief er ihn. S3efinbet er ftd) auf einer Joeiten, ebenen $täd)e ohne fd)ühenbe3 
SDidid)t, fo bucht er ftd) ptatt auf ben $oben nieber ttnb macht ftd) baburd), Sbanf feineê erbfarbetten 
©efieberê, bottfommen unftdhtbar. ^at er eilt $)idid)t gur $£>edung, fo eitt eis fdt>netten Saufeê auf 
biefeê gu, bteibt aber ïeineêtoegê t)ier unter einem 33ufd)e ftijen, fonbern burd)mifjt ben 33erftedptafc 
mit faft ungeminberter ©ite unb tritt bann auf ber ©eite, toeld)e bem ^Beobachter entgegengefet)t liegt, 
Joieber auf ba§ freie fyetb herauf. 3m ©arnpo ober in ber Sßüfte brüdt er ftdh guerft auch nieber; 
foioie er aber getoahrt, baf$ ber Verfolger ftd) ihm naht, erhebt er ftet), tauft in einer ioohtbered)neten, 
für ba§ ©chrotgeJoehr ftetê gu großen ©ntferttung feinet SBegeê bahin, fleht ftd) bon Beit 3U Beit 
übevtegenb um, tauft Joeiter unb getoinnt fo in ber Siegel batb genug bett nött)igen SSorfprung, ohne 
feine Flügel gu £itfe gu nehmen. ©urdf) einen Leiter läßt er ftdh ebenfotoenig täufd)en Joie burd) 
ben Fußgänger; benn er toeiß fehr Joo^t, baß x§m nur baê ^3ferb ohne Leiter ungefährlid) ift. ©eitt 
©ang hat, fotange er ftdh uid)t beeilt, etJoaê ©teifeê, ïrippetnbeê, toährenb er ftdh gutn fdhnettften 
kennen fteigert, ioemt SDieê nött)ig toirb. ®er $titg ift fanft unb toeid), auch giemtich getoanbt, wirb 
aber fetten Joeit auêgebet)nt, Joeit ber £riet red)t Joo^t toeiß, baß ein $atf bod) nod) beffere ©chJoingert 
hat al3 er. Stber bei £age beioegt ftdh ber SDidfuß überhaupt nicht gern, unb im 3unevn Slfritaö, 
too er ioenig mit 9Jîenfd)en in Berührung fournit, gebehrbet er ftd) Joie eine aufgefdheud)te ©ute, Joic 
ein aSoget, bem baê 2id)t fdhnterghaft ift, bem bie §ette beê îageê ben SSerfiaitb oerJoirrt. §ier eitt 
er auch fo fd)nelt atë möglich bem elften beften S)ididhte gu, um ftd) gu oerbergen, loährenb man 
bei un£ gu Sanbe Jooht 33ered)nung, nicht aber Sîertoirrung bei ihm ioahrnehmen ïattn. Sßenn aber 
bie 9bad)t heveinbridht unb baê 2)unïet ftdh über bie ©rbe breitet, geigt ftdh ber 33ogeï gang anberê. 
3e^t Joirb er tebenbig, rennt unb fliegt unruhig f)iu unb her, täft feine ©timme erfd)atten, erhebt ftd) 
fpietenb leicht in Oerhättntfmäfig bebeutenbe ^>öhen unb entfaltet fünfte beê ^tuge3, Joctdhe man bei 
ihm nie oermutI)en toürbe. Sftafdhen Saufeê hwfeh^ er ^er ben SSoben ba^in, einer ©d)attengeftalt 
oergïeidhbar, im ©trahie beê 2Jtonbeê auf Stugenblidc ftdh oerförpernb, auf nidht beleuchteten ©teften 
toieberum gum ©efpenft ftdh Joanbetnb. 3unäd)ft geht eê je^t ber £ränfe gu, unb Jocnig lümmert 
eê ihn, ob baê erfrifdhenbe Staffer Joeit entfernt ober in ber iftähe gelegen ift. ©ingetne £rielpaare 
burchfUegert attnädhtlich ÜReiten, um oon ihrem ©tanbpuntte auê bi3 gur £ränfe uttb Joieber guriid 
gu gefangen. S3ei ätlonbfdhein fteht man fie oon ©onnenuntergang biê ©onnenaufgang in S3etoegung, 
unb ioahrfcheinlidh Joirb eê in bunften Mächten ïaunt anberê fein. SDie ©timme, toetd)e man Joeit 
oernimmt, täft ftdh bur
    

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