Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Vierter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Zweite Hälfte: Späher, Läufer und Schwimmer
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29460/246/
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©ie ©pcitjer. Seidjtfdjnäbfer. ?ßfefferfreffei\ 
©ertpp ift bie 9lulbehttuitg ber ïuftfüfyrenben ®nod;cn befonbcrl ^eröorju^eben. ©ie befdjräuft 
ftd; auf ©d;äbet, $all, Stumpf, Oecfeit unb Oberarm. Oer Oberfdjeufel uttb atle abmärtl 
gelegenen ®nod;en, nebft beiten am Sinn unter bem ©lleitbogen, führen 9Jtarf. Oer ipatl befielt 
au» gmölf, ber bilden aul fteben bil ad;t, ber ©chmang aul adjt 2BtrbeIn. Oal S3ruftbein ift itid;t 
grofj, nad; hinten erweitert unb an jeher ©eite mit gtoei ungleichen Sufeit oerfeheit. Oer Manitu 
ragt menig oor, ift nad; oont nidE)t oerlängert unb auf eigentümliche 2öeife mit ben beiben getrennten 
©djenfeln bel ©abeïbeinl oerbunben." 
Oie Sebettimeife ber ©ttfanl ift, nad;jöurmeifter’l $erfid;erititg, am beften oon bem bringen 
non SBieb gcfd;iïbert morben, uub beê^aïb ift el billig, bie SBorte biefcl aulgegeid;neteit $orfd;erl 
hier folgen gu laffeit. „©onnini unb 5lgara haben uni getreue ©djilberungen non ben foitber; 
baren 33ögeltt gegeben, meld;e in beit fübamerifattifcheit Urmälbent unter ber ^Benennung ©uf atta 
befannt ftnb. 2>nt allgemeinen ftintmen bie $ftachrid;teit ber beiben genannten ©d;riftftelter über 
bie Sebeulart biefer nterfmürbigeit ©efchöpfe überein. (Sin jeber non ihnen hat inbeffen einige Keine 
2Ibmeid;ungeit, bie ftd; aber, tnie mir fcheint, giemlid; leicht gulgleicbeu taffen, ohne bem 2ßertl;e ber 
einen ober ber anbern 33cobad;tung gu nahe gu treten." 
„3>u beit brajtliauifdten Urmälbent ftnb Kulane näd;ft ben Papageien bie gemeinftett 33ögel. 
Ueberalt erlegt man ihrer in her falten Baljrelgeit eine SCRenge, um fie gu effen. %üx beit frcmbcit 
Dteifeubeu haben ftc inbeffen ttod; mehr Sutereffe all für ben 2>ulänber, ber fomoljl au bie l;öd;ft 
fonberbare ©eftalt, all an bie glättgettbeit färben biefer 23öget gemöhnt ift; bettn bie ©ufane geigen 
auf einem meift fohlfd;margeit ©ruitbe bei ©efieberl mand;erlei fehl' lebhafte, blenbenbe färben, 
©elbft bie $ril bei 9Iugel, bie 33cine unb ber rieftge ©d;nabet ftnb oeit biefer lebhaften Färbung 
nicht aulgeitommen." 
„Oafj btefe fchöitett $ögel in ben braftlianifchen Sßälbent fehl' gahtreid; fiitb, ift gemi§; ebeitfo 
ftd;er ift el aber, mie aud; ©onnini richtig bemerft, baf el fd;mcr l;ält, über ihre Sebenlart unb 
©itten, befonbcrl über ihre ^ortyfianguug genaue 9Radh)ridhten gu fantmeln. 9Rte habe id) bal ilîeft 
eittel ©ufanl gefunben. Oie 23raftliauer haben mir inbeffen ocrftd)ert, fte legten gtoei ©ier in hol;le 
23äunte ober 23aumäfte, unb Oiel ift mir auch mahrfd;einlich, ba bie meifteu bortigen ißögel nur gmei 
©ier legen." 
„Oie Nahrung her ©ufane mar ebenfaHl lange ein uneittfd)iebener ^3unft in ihrer Dtaturs 
gefd;id;te. Slgara miß fte bie SRefter ber 33ögel ^lünbern laffen, Wogegen id; gioar 9tid;tl cin^ 
mettben fault, jebod; bemerfen muff, ba§ ich ™ bem äftagen nur Früchte, grud;tferne unb ähnliche 
loeidje Sdiaffett gefunben habe. SBaterton beftätigt bal ©efagte ebenfalll unb baf; bie ©ufane nid;t 
fieifd;freffettb feint, ©ie ftnb ben ^ßflangungen Oon 23aitaneit uub ©uaoabäumett fehr gefährlid;, ba 
fte bett $rüd;tett berfclbeit nad;ftcllen. 3nt gegäl;mten Bufianbe ftnb fie immer SlKelfreffer, mie id; 
mid; baoon felbft gu übergeugeit ©elegetiheit gehabt habe; benn id; fah einen fold;en 33ogel $lcifd;, ^3iroit 
(einen S3rei oon ßftanbiocantehl unb ^leifd;brühe) unb $rüd)te Oerfchicbener 2lrt gierig oerfd;lingcit. 
hierhin i^ attd; unbegiocifelt bie 23emerfung Oon ^umbolbt gu gählen, ba§ ber ©ttfatt ^ifdhc 
freffe, iooburd; biefer SSoget iit gegähmtem Buftanbe ben ßrähett fehr ähnlid;, nur noch tceit hcif= 
hungriger erfcheint. Oa§ er fein gutter beim $reffen in bie ^öhe ioerfe, habe ich uid;t beobachtet. 
9îad; ber 33erftd;erung ber SBilbeit leben bie ©ufane in ber Freiheit blol oott fruchten, ©ie fd;eitteit. 
im allgemeinen oiel 2lehnlid;feit mit ben krähen gu haben, oielleid;t fiitb fie aber in ber Freiheit 
SlHelfreffer, minbeften! für bal, mal meid; genug ift, unt oon ihrem fd;toad;en ©d;itabct gang oeo* 
fchlungen gu merbeit. ©ie ftnb neugierig mie bie krähen, oerfotgen bie fRauboögel gemeinfc^aftlid^ 
unb Oerfammeltt ftd; gal;lreid;, unt beit ^cüttb gu neefen. 3l;ven Slug ntöd;te ich uicht fd;mer nennen; 
bod) geht ©onitiiti1! 5lulfage oiellcid;t auf bett groffchnäbligften aller ©ttfaite, bett ©ofo, meld;en 
id; nie fliegen fah. Oie Ouf an a (Ramptastus Temminckii) fliegt hoch/ toeit unb iit fanften Oogen 
ftd; fortfd;mingettb. Oabei bemerft man feine befonbere îlnftrenguug, nod; cine ©teUtiug, bie oon 
ber anberer SSögel abmid;e. ©ie tragen ^all unb ©d)nabet magrecht aufgeftreeft uub fliegen nicht, mie
        

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