Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Dritter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Erste Hälfte: Knacker und Sänger.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29459/965/
I 
«Safran; unb feuerîôpfigeê ©olbp'äpncp en. Satrap. SSeuteïmeife. 923 
eter unb fobann païbïebenbe fliegen. Später erpaïten fie baê befannte fftacptigallfutter, bed) muß 
baffelbe ftetê ïoopl mit ÜÏRepïmürmern gemüht fein. ©equetfd)ter £>anf unb 5Ropnfamen, melden 
man unter bcté gutter mifd)t, befommt ipnen fepr mopl, anbere Sämereien unb gumal fRübfen aber 
nid)t. üfieuerbtngâ merben 3uf^e öon fe^n sefdpnittenem ©urfenfleifcp §n bem SRacptigallenfutter 
fepr empfoplen. 
53on ben norbamerilanifcpen ©olbpäpncpen fed fid) eine 2Xrt, ber Satrap (Regulus Satrapa) 
bi§ nad) ©uropa Perflogen paben nnb mag beöpalb nod) fur§ ermähnt merben. Jpinficptlid) ber 
Färbung pat er mit feinen europäifdjeu 23ermanbten große 51epnlicpfeit. Oie Oberfeite ift bräunlkp 
afdjgrau, bie untere graulicpmeiß, an ber SBruft bräunlicpgelb überflogen; ein gvaumeißeä 33anb 
umfdjließt ba§ 91uge; bie ®opfbezeid)uung befielt aul einem fdjioarjen 23anbe auf jeber Seite, meïcpeê 
nad) innen zu pradjtooll gelb gefäumt ift, unb einem giemlid) breiten, feuerrotpen ®ronenftreifen. Oie 
Sdjmingen unb if)rc Oedfebern finb büfterfarbig, erftere grünlkpgelb gefäumt, bie Oedfebern ebenfo 
gefärbt an ber Spipe. Oaê 21uge ift braun, ber Sdjnabel fd)tparj, ber guß bräunlicpgelb. Oie 
Sänge beträgt 4, bie SSreite 7 3°11. 
„Oiefer lebenbige, Heine 23ogel", fagt 5Iububon, „brütet in Sabrabor; menigftenê fap icp ipn 
pier feine jungen füttern. 3n fReufunblanb mar er päufig. 3« ben bereinigten Staaten erfcpeinen 
bie ©olbpäpncpen in ben Pflanzungen unb ©ärten. 3pre bemegungen finb außerorbentlid) lebenbig. 
Sie pängeit mie bie Steifen an ben äußerften Steigen unb blättern, palten fidj zumeilen flatternb in 
ber Suft oor benfelben, folgen kleinen ^erbtpieren im gluge, ïefen fie non ben blättern unb fabeln 
ab ober fud)en ipre SarPen auê ben fRiffen ber 51efte perPor, turz, fie finb fortmäpreub befcpäftigt. 
©inen ©efang Pernimmt man mäprenb beê 2öinter§ nidjt, fonbern bann unb mantt nur ein ïeifeê 
„Sïrib". 51m 23. Januar fapen mir, id) unb mein greunb bacpmann, eine große Slnzapl biefer 
bögel in ben SBälbern bei ©parlefton befd)äftigt, ipr gutter zu fud)en. Sie maren fo meuig fcpeu, 
baß mir bis auf menige Schritte un§ ipncn napen tonnten, opne fte im ©eringften zu Perfd)eudjen. 
Sßir töbtetcn eine große Slnzapl Pon ipnen, in ber Hoffnung, baruntcr ein feuerföpfigeS ©olb; 
päpnd)en zu finben; bocp glüdte unê Oie3 nidjt." 
* 
51ïê berbinbunglglieber zmifd)en bem ©olbpäpncpen unb ben üJceifen im engeren Sinne betrachtet 
man bie beute 1 me if en (Aegithalus). Sie finb Hein unb fd)latd gebaut; ipr Sdptabel ift ed)t pftie; 
menförmig, an ber Spipe ber beiden ^innlaben taunt merllid) abmärtl gebogen; ber glügel ift furz 
unb fhtm'pf, in ipm bie britte, Pierte unb fünfte Sd)minge, melcpe unter fiep faft gleich lang finb, über 
bie anbern Perlängert; ber Sd)manz ift mittellang, fcpmad) auêgefcpnitten, baê ©efieber fepr meit; 
ftraplig unb loder. Oie 3Jiännd)en finb etmaê fd)öner unb größer gefärbt, aïê bie SBeibdjeu ; bie 
jungen meid)en in ber gärbung unb 3ekpnung Pon beibeu ©Hern ab. 
Oie Seittelmeife ober fftemiz (Aegithalus pendulinus) ift auf ber Oberfeite graulitfproft; 
färben, auf ®opf unb Jadeit aber afd)grau, auf ber Unterfeite meißlid), auf ber 33ruft rofenrotp 
überflogen; ein fd)marzer 3ügelftreifen beginnt auf ber Stirn, Perläuft bitrd)ê 51uge unb reicht bté 
Zur Oprgegenb; bie Scpmung; unb Steuerfebern fmb fdjmärzlidj, Iid)ter gefäumt. Oaê 5luge ift 
braun, ber Scpnabel mepr ober meniger bunfelfcpmarz, au ben Scpnciben meißlicp, ber guß fcpmarj 
ober graufd)marz. Oa3 Sßeibdjen pat fd)muzigere garben unb meniger Sdjmarz an ber Stirn unb 
ben ^opffeiten. Oen jungen feplt ber fcpmarze 3ügelftreifcn; ipre Oberfeite ift roftgrau, ipre 
Unterfeite roftgelbgrau. Oie Sänge beträgt 4 bis 4Y2, bie Breite 6 bis 6% 3oH; ber gittig mißt 
2Vi, ber Scpmanz 1% 3^- 
Oer Often unfereS ©rbtpeilê unb ber größte £peil 5lfieu£ ift bie feintât biefeS überaus zier; 
lichen PogelS. $n Oeutfcblanb gepört er zu ben Seltenpeiten, obgleich er miebcrpolt beobad)tet ober
        

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