Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Dritter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Erste Hälfte: Knacker und Sänger.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29459/882/
840 
®te ftänger. ©tngoögel. ©ralntüden. 
©er äfteifierfättger oerbient feinen Hainen. ©r ift mährenb ber ganzen 23rut§eit unerntüblid;; 
benn er fingt fetbft in ber $ibc be3 SJtittagê. 9Nan hat nenerbingê ben ÎBerth fetneê Sieben beeins 
trächtigen tooïïen, fa, ©raf bon ber üütiihle hat ftd; verleiten taffen, Vermutungen an bie ©telle 
anberer Vermutungen 51t fefcen. ©3 ift gewiß aud; richtig, baß bie Nachtigall in ihrer 2lrt ein 
befferer ©änger genannt Serben barf, afê er: fooiel aber ift gWeifelloä, baß unfer Vogel felOft in feiner 
Familie einen hohen Nang einnimntt. ©a3 Sieb erinnert einigermaßen an ben ©chtag unferer 2lmfel, 
ift febod) nid)t fo taut nnb Wirb auch nicht gattj fo getragen gefungen. 2t. non £>omeher, weldjer 
einen SDWfterfänger tangere $eit im $äftg hielt, fagt, baß er oorjiiglid^er fange, al3 irgenb eine @ra£; 
müde: „©er ©efattg ift t)öd)ft eigentümlich- Ntan Wirb ihn freilich nur für einen ©raëmüdem 
gefang Ratten tönnen, burd; ben ruhigen Vortrag metobifch gufammengefügter ©trogen aber bod; 
aud) an einen ©pöttergefang erinnert Werben, inbetn er trofc feiner, nur ben ©raêntüden eigenen 
Nunbung geitWeife baê 2tbgefchte unb ©d;nat§enbe bcê ©artenfängerä hat. Vefouberê in ber $üUc 
wßm 
Ser 2J2etfterfänger (Curruca Orphea). 
beê Xottê, foWie im allgemeinen in ber 2trt be§ Vertragt gleißt biefer ©efang am meiften bem ber 
©artengra^müde ; er ift aber lauter, bie ©trogen ftnb mandjfaïtiger, unb ba3 ©an^e ift großartiger. 
Valb ift ber £ongurgelttb, halb fdjmahenb, halb fdjädernb, batb frei herauf oon einer fotchen ®raft 
-unb $üüe, baß er mahrhaft überraßht, Währenb gerabe bie ©artengraêntüde immer ein unb benfetben 
SSortrag behält unb auê ihren ruhigen ©ttrgel; unb fchitarrenben £önen nicht herauêfontmt. ©abei 
Werben bie ©ötte unb ©trobhon be3 Siebet ^0 beutlid) gegeben, baß man fte Währenb beê ©ittgenê nad;= 
fchreiben fantt, ohne ftd) übereilen ju müffeit. . . . ©er 2Barnung3laut Hingt fchnat^enb Wie „fett, 
tfdjerr unb truii rarara", ber 2tngfiruf, welcher fd;ned hinter einanber Wieberholt wirb, Wie „mied 
mied", ©inline Nteifterfänger nehmen auch £öne au3 oieter anberer Vögel Siebern auf. 
©ie Vrutjeit beginnt in ber äKitte be£ Niai unb mährt bis Nlitte Suïté ; bann tritt bie Nlaufer 
ein. SBährenb ber ^paarungêjeit ftnb bie 2Jtänu
    

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.