Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Dritter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Erste Hälfte: Knacker und Sänger.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29459/863/
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^rccdjtbroffein. Sturang. Sßulih. 
Werben. Solche ftSUe rnüffcn aber feljr feiten fein; tenu id) habe nod) niemals etwasSlehnlidjeS 
oernommen unb glaube aud) nidjt, bafe SBafferfdjWâher oïjne befonbere 2lnftalten längere 3eü 
gehalten werben fönnen. Sîur ba, wo man int Stanbe iftr ihnen and) SBaffer in hinre^en^cv 
StRenge gu geben, in einem Thiergarten g. 23., fonnte OieS oielïeidjt möglid) fein. 
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©abattis hat eS für gut befunben, eine S3ogelgruf)j)e, Welche bon allen übrigen SRaturforfdjern 
als ben 2Bafferfd)Wähern nah »erwanbt angefehn wirb, bon biefen gu trennen unb in ber bon ihm 
gebilbeten Orbnung ber Schreibögel untergubringen, weil bie betreffenben feiner Stuftet nad) nicht 
alê Singoögel aufgefafet Werben bürfen. Stun ift eS alterb ingS begrünbet, bafe bie grofee 9[Rehrgal)f 
ber ^radjtbroffeln, weldje ich im Sinne habe, nicht gerabe ftimmbegabt ift ober WenigftenS nad) ben 
bisherigen 23eobad)tungen nicht flugfähig gu fein fcbjeint; wir wiffen aber bereits, bafe eine 2lrt hoch; 
berühmt als Sängerin ift unb bas bon bem genannten fÇorfc^er aufgeftellte Softem in feiner Sßeife 
beglaubigt. 3u leugnen ift aderbingS nicht, bafe bie $rad)tbroffeln febr eigenthümlich geftaltete Singbögel 
ftnb ; fold)er gibt cS aber noch mehrere in ber Orbnung, ol)ne bafe Wir fie beShalb aus ihr berbannen. 
Oie ^radjtbroffeln ober fHttaS (Pittae) ftnb bidfdjnäblige, hochbeinige unb furgfdjwängige 
Oroffeloögel. 3hr 8eib ift furg, aber fräftig, ber £alS mittellang, ber Äof)f ziemlich gro§, ber 
glfigel, in Weld)em bie bierte unb fünfte Schwinge bie längften ftnb, erreicht baS ©ttbe beS ftummed 
haften, fehr furgen, gerabe abgenutzten Schwanges. Oer Schnabel ift mittellang, aber auffadenb 
fräftig, bei einigen 2lrten fo ftarf, bafe Sinné fie beShalb gu ben Staben rechnete; er ift hart, feiner 
gangen Sänge nach gufammengebrüdt, hbdhfirftig, auf ber $itfte gebogen unb bor ihr fdjWad) auSge; 
fd)Weift; bie Stafenlödfjer ftnb burch eine nadte £aut halb gefchloffen. Oie güfee ftnb fchlanf unb hoinbofhner (Pitta bengalensis). Oer Stüden, 
bie Schultern unb fÇlügelbedfebern ftnb blaugrün, bie berlängerten OberfdjWangbedfebern blafeblau, 
baS $inn, bie 23ruft unb bie £alSfeiten unter ben Ohren Weife, bie unteren Tljeile, mit SluSnaljme eines 
fd)arlad)rothengledenS am Unterbauche unb Sifter, übrigens bräunlichgelb; ein SDtittelfireifen, welcher 
über baS £aupt unb ein 3ügelftreifen, welcher burch baS Sluge oerläuft, ftnb fdjwarg; ein Slugem 
brauenftreif ift Weife; bie Schwingen finb fdjwarg, mit Weifelicher Spifce, bie elften fed^S #anbfd)Wmgen 
auch Weife gefledt, bie Stnnfdjwingen aufeen blaugrün geranbet; bie Steuerfebern ftnb fchwarg, an ber 
Spi^e büfterblau ; ein Sd)iilterfled ift agurblau. OaS 2luge ift nufebraun, ber Schnabel fchwarg, ber 
$ufe röthlichgelb. Oie Sänge beträgt 7 3od, bie gittiglänge 4V4, bie Schwanglänge 1% 3oH. 
Oer Sturang ift über gang 3nbien unb ©epfon oerbreitet unb geeigneten Orts überall häufig. 
Oer $ßulih (Pitta angolensis), einer ber fchönften 23ögel döeftafrifaS, ift fräftiger gebaut, aber 
furgfüfeiger als ber ihm nahe oerwaubte SZurang, ihm übrigens fehr ähnlich gefärbt unb gegeichnet. 
OaS ©efieber ber Oberfeite ift grün, fdjwadj metadifdj glängenb; berOberfopf unb ein breiter 3ügel= 
ftreifen, bie Schwingen, bereit britte bis fed)fte an ber SBurgel einen Weifeen Rieden geigen, ber 
(Schwang unb bie Unterflügelbedfebern finb fchwarg, bie Seihen ber gliigelbed* unb bie 23ürgelfebern
        

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