Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Dritter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Erste Hälfte: Knacker und Sänger.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29459/522/
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SDte gänget. StaubOögel. SBeipen. 
geigen fiep in Bennfploanien, Stems Sort unb anbern nörblidpen Staaten; fie aber finb ebenfo gut als 
Serirrte attgufepen, inte btejentgen, meldpe in ©uropa erlegt mürben, ©igentlicp feßpaft ftttb fie nur 
im Sübeit StorbameritaS, in Stefito unb Brafilieit. 
$)er Sd^malbettmeip ift adbetamtt; bemt er meiß fiep bemertlidp gu ntadpen unb muß audp bent 
gleidpgiltigften Saien auf falten. £>öd)ft feiten fiept man i^u einzeln ober paarioeife, gemöpnlidp in 
ga^ïreicîjen Trupps in poper Suft fcpmebenb ober tpeilmeife aufgebäumt auf einem eingeln ftepenben 
Baume, melcper bem Sdpmarnt abmedjfelnb gum Stupeftpe bient. Soldée glüge gälten gmaitgig bis 
gmeipunbert Stüd unb ber ooit ipnett ermatte Saum erhält burcp bie prächtigen unb lebenbigen 
Söget einen munberbarett Sdpttud. „£)er glug beS SdjmalbenmeipS", fagt Slububon, „ift 
überrafdpenb fdpön unb fe^r anpaltenb. 2)er Soge! betoegt ftcp burcp bie Suft mit folder Seicptigteit 
unb 3ierlid)tcit, baß 3>eber, meldjer audp nur einigermaßen Sergnügen an Beobachtung ber Sögel heit, 
oon bem Sdpanfpiet entgiidt fein muß. £)apin gleiteub erhebt jtdp ber 3Beih in großen Greifen gu 
unfdpäpbarer £öpe, nur mit bem tiefgegabelten Sdpmange bie Dichtung beS glugeS beftimmenb, ftößt 
bann plöplid) pernieber mit ber Sdjnedigteit beS BlipeS, erhebt ftd) Oon neuem, fegelt toeg unb ift 
halb außer Sicht. ©in anbereS Stal fiept man einen Sdpmarnt runb ttnt einen Saum fiep bemegen, 
in rafepem glug gVoifcpen beu Steigen pinburep jagenb ober beit Stamm faft beräprettb unb babei 
$erfe ober Heine ©tbed)fen, ipre Seute, ergreifen. £)ie Bemeguftgen ber Sögel finb bemunberuttgSs 
loürbig fcpnelt unb mancpfaltig. $>ie tiefen Sogen, meldpe fte befepreiben, bie plöplidjen Greife unb 
Duergüge unb bie außerorbeittlicpe Seicptigteit, mit melcper fte bie Suft ’gerfdjneiben, muß jebeit 
Seobad>ter entgüden." 
$)ie ^Raprung beS SdpmalbenmetpS beftept oorgugsmeife, ja faft -ausfcpließlidp in Æerbtpiereit. 
SI u bubon ift ber einige Statur f or fdper, meldper angibt, baß ber Sogei auep ©ibedpfen unb Scpïangen 
aufnimmt ; alle übrigen Beobachter behaupten einftimntig, baß er nur auf ®erfe $agb ntadje. £)ieS 
gefepiept gang in ber SBeife, mie Scpmalbeu bei iprer $agb gu SBerfe gepeit, nur mit bent Unterfdpiebe, 
baß ber Sdjmalbenmeip feine Seute nid)t mit bem Sdjnabel, fonbern mit bem guß ergreift. „Sei 
unferer Steife burep bie Serge", ergäplt St. Omen, „fapen mir plöplicp einen großen Scpmarnt oon 
Sdjmalbeumeipett oor ; unb rüdmärtS burcp bie Suft gleiten, gang niebrig über bem Skge bapin, 
meldpeit mir oerfolgten. SJtandpe oon iptten fepmebten faum gmölf guß über ben Sobett entlang. 
$)er gange Raufen pielt fiep eng gufammett unb erinnerte lebpaft an unfern £purmfegler, mie er 
in gefdftoffenent gluge unfere alten unb popen ©ebäube urnfepmirrt. ®ie Sdpmiitgen marett gebreitet 
unb ber Sd;malbenfd;mang meit geöffnet. SDie Sögel flogen niept fepmett, aber träftig unb ftetig opne 
jeglicpe fieptbare Semegung ber fÇïügel. Unfer ©rfdpeinen fepien fie nidpt im ©eringften gu bepedigen, 
nidpt einmal bie SluSrufe beS ©ntgüdenS, meld;e mein ©efäprte laut merbett ließ, ade feine geidpen 
unb Söinte, meldpe id) umfonft gu oerpinbent fuepte, maepten bie Ralfen unrupig. ©inige gogett 
manchmal oier ober fünf ©den an unS Oorüber unb gaben unS babei bie befte ©elegenpeit, ipre 
Semegungen genau gu beobadpten. ®ann unb mann mürbe ein $aupt tangfam unb anmutpig 
gebrept ober niebergebogen, bann gugleicp ber guß, melcper fidp oorper gufantmengetrampft unb einen 
©egenftanb gefaßt patte, oorgefepoben, fobaß er ben bisper gefdploffenen Scpnabel berührte. 3n biefer 
Stedung oerblibb ber Skip aber nur einen Sugenblid. 3)er Sdpnabel mürbe geöffnet, bie Seute 
Oerfcpïudt unb baS $aupt mieber erpoben. ®iefe Semegung mieberpolte nidpt nur einer Oon ben 
Stauboögeln, fonbern bie gattge ©efedfdpaft. ®ie Urfadpe mürbe unê halb Har : bie Sdpmalben^ 
meipeit madpten S^gb auf eine prädptig gefärbte Sienenart, metd;e mir leiber nidpt näper beftimmen 
tonnten." 
Stid;t bloS bie ^orfd)er, fonbern aud) bie Sögel tennen ben Sdjmaïbenmeip als ^erbtpierfreffer, 
unb cingelne oon iptten betradpten ben Stäuber beSpalb mit fdpelett Slugen als Beeinträdptiger ipreS 
©emerbeS. „Sßir fapen", tpeilt unS Surmeifter mit, „einen Sdpmalbenmeip, meiner oon einem 
jtprann (Sauropliagus snlphuratus) oerfolgt mürbe. SDiefer ftieß unauSgefept auf ipn perab unb 
bradpte ben galten in nid)t geringe Serlegenpeit. S)er Xprann pat auf ben galten eine mapre Sßutp,
        

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