Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Dritter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Erste Hälfte: Knacker und Sänger.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29459/476/
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®ie ganger. jftauboögel. Slbter. 
fte atid; fTeine £l;iere nid;t Oerfd;mäl;eit, ift burcp biulättglid;c Seobad;tung feftgeftetft ioorbeu. ©crabe 
für biefe Wer itnb ingbefottbere für beu Äöniggabler gilt £)ag, ioag id) im ©ingang über bie f^ma= 
rc^enbcn S3elno^ner beg Wert;orfteg fagte. Su feinem Riefte fiebeln fid; namentlid; (Sperlinge an, 
unb fte honett bem 5tnfd;ein nad) unbehelligt. $)aß eg aber bent Wer nid;t an gutem SUUett 
fe^it, fie abguioürgen, beioeift eine Seobacbtung fftabbe’g, ioeïdjcr ben ©teinabler 2erd;en fangen 
fab- „3)ie ®alanberlerd;en", fagt er, „oerfolgteit il;tt, fcbatb er aufflog. £teß er ftd; nun 
auf ber ttädjfieu ©rl;öbung nieber, fo festen fid; bie Fleinett Sögel auf bcn Sobett unb ioarett gar 
uid)t fdjett. ^3löblid; aber fprang ber Wer in bie Stenge Oon i^iteit l;ineitt, griff blihfcbnelt gu, 
unb t;ielt geU)öt;nlidj) eine turn ibitett alg S3citte feft." 9ïug meineg Saterg Seobad;tuugen gept 
berücr, baß ber Wer fid; uidjt einmal fd;eut, einen Sfld aitgugreifen, fo unangenehm i^nt bag 
©tad;elFlcib beffelbctt aud) fein mag. SSicïe Spiere, ioeld;e burd; ihren 2luf enthalt großen ©d;uh 
genießen, toerbcu iljm bettttod; gitr Seule, ineil er fie fo lange jagt, big fie ermattet fid; il;m l)ingebeit. 
©o ängftigt er ©d;toimntoögel, iocld;e fid; bei feinem ©r[d;eitten burd; ïaudjett gu retten fud;en, big 
fte nid;t mel;r taud;en Fönneu, bann nimmt er fte ol;ne Umftänbc ioeg. 3lud; attbere Räuber müffcit 
für il;tt arbeiten; ber SktnberfalF gumal muß il;m oft bte eben gemad;te Seute ablaffett. 
SDie gefangene unb getöbtete ober toenigfteng baib erloürgte Seute inivb oor bem Sergcl;tcn oott 
bem Wer erft oberflächlich gerupft; nad;bem £>ieg gefd;eben, fängt er beim ®opf gu freffett au, get; 
trümmert bie Knochen beffelbett unb frißt aitch fte mit, fadg t^tn erftereg gelang. Sei größeren 
Sögeln läßt er nur ben ©d;ttabel liegen. Sad; bem $opfe toirb ber ^>alg oergebrt, fobantt ber 
übrige Körper, S)ie mit llnratl) gefüllten ©ebärme läßt erliegen; adeg Uebrige aber, loe!d;eg er 
gerbeißen Faun, oerfd;ludt unb oerbaut er. ®a er toic bie ^)abid;te unb ©belfalFen nur fleine 
©tüde oerfc^lingt, bringt er mit bem Sergel;rett einer l;alben ®räl;c ettoa' gtoangig Stinuten gu. 
©r frißt mit größter Sorfid;t, fie^t fid; oon äu Seit um uttb laufd;t ttad; alten ©eiten bin. Sei 
bem geringfteu ©eräufd; hält er ittne, btidt lange nad; ber ©egenb, oott toeld;cr eg b^unt unb 
fängt erft bann ioieber gu freffen au, ioetitt Sltleg ru^ig getoorbett ift. sJtad; ber Stal;lgeit puj$t 
er fleh ^eu ©cbna^e^ febr forgfültig. $aare unb Gebern finb aud; ibm ein bringenbeg Sebürfniß ; 
fte fd)einen ibm gur Reinigung beg Stageng unentbet;rlid; gu fein, dead; ooUenbeter Serbauung 
ballen fte ftd; gu einem klumpen gufantmeit, unb biefett, bag ©eloöde, fpeit er äug, gcioÖf;nlid; alte 
fünf big ad)t £age einmal. SeFommt er Feine £>aare ober Gebern, fo toürgt er .£>cu ober ©trot; 
t;inab. Knochen, ioeld;e er fet;r gern mit oerfd;Iingt, ioerbett ooüftänbig oerbaut. 
SDer Slbler hofftet frühzeitig im Sabre, getoöl;nlid; fd;on Stitte ober ©ttbe Stärg. ®ie ©ier 
fittb Oerhältnißmäßig Flein, fel;r runblid), raut;fd;alig unb auf ioeißlid)ent ober grüntid;grautm ©rttttbe 
unregelmäßig mit größeren unb Fleitteren Rieden unb SunFten, toeld;e oft gufamntenlaitfen, gegeid;net. 
SDie ©ier beg ©teinablerg ftnb, ix>ie gu etloarten, bie größten, bie ©ier beg Äöniggabterg bie 
Fleinften; ledere feilen and; ruttblid;er fein, alg jene. Heber bag gortpflangungggefd)äft beg 
©olbablerg fd;eint ettoag ©ichercg nod; nid;t beFannt gu fein; toabrfdjeinlid; h
    

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