Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Dritter Band. Zweite Abtheilung: Die Vögel. Erste Hälfte: Knacker und Sänger.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29459/223/
Semunberunggmürbiger ©fcelgfint. SîetStoogel. 
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ißt. „3>dj fanb etnft", fo fc^reibt bei* genannte Seobad)ter an S3t)ite, „in ber £Rä^e bev Korallen; 
bud)t bei Sort ;©f fingt on einen großen $lug biefer Söget, meld)e ©ätnereien am ©runbe fugten itttb 
bei ©efaljr auf ben ©nmmibäumett guftucht nahmen. Sidjt gmet toon iljnen trugen baS auSgefärbte 
®letb; bie große Stet)rgal)l mären unauSgefteberte Söget. ©irtige, meld)C rotljtöhfig maren, geigten 
unter ben rotten, fdjmarge Gebern, unb fdjmargföbfige hier unb ba rot^e : bürg bie beiben fogenannten 
Wirten mären unter einaitber gemixt unb fidjer gleichartig/' 
Sad) ben Serichtett, metdfe unS im allgemeinen über baS Seben bei* außtratifdhen Linien gemorben 
fitjb, ergibt (id), baß biefebben in ihrem Sßefen unb Treiben toon ihren Sermanbtett (ich nid^t unter; 
fd)etbeit. Segeidjnenb für ihr Treiben bürfte (ein, baß fic ftdj hauptfäd)tich gitoifc^ett ben hohen ©d)itf; 
gräfern aufhalten, meld)e bie ©bene bebedcn ober-in ben Stohrmälbern ftnben, Voelc^e bie Flußbetten 
umfäumen. $ier lefen (ie (ich bie toerfd)iebenen ©amen bei* betreffenben ^(langen theilS toom Sobert 
auf, theilS bfaubert (te (ich biefeïben auS ben Steljren herauf, meldje (ie emporïtettemb an ben ©tertgeln 
erreichen. Siebe Slrten foltert, mie fchon bemerbt, h^ufidhtbich biefer fÇertigbeit mit ben Steifen mett; 
eifern. Stau trifft auch (ie in Flügen gufammeit; bod) fdheint eS, dlS ob (ie nicht (o gefeHig mären, 
als anbere Sermanbte. ®ie Sähe bei* mettfchlidjen Sehaufttitgcn meiben (ie nidht; (ie bommen toiel; 
mehr toertrauenStoolt in bie ©arten herein unb (tub felbft in ben ©täbten gemöhntiche ©rfdjeinungen. 
Siebe Wirten fh*eid)en im Sanbe auf unb nieber, babb innerhalb bleirterer, halb innerhalb größerer ©e; 
biete, ©o mürbe bei* im $a1jre 1833 entbed’tc bemunberungsmürbige ©pebgfinb erft im 3>dhre 1845 
auf bei* $abbinfet Äobttrg mieber bemerbt; er erfd)ien biefeS Stal in gasreichen ©chmärrnen, toermeibte 
aber nur menigc Sßodjett bafetbft. 
©ie Seßter merben (ehr toerfcßiebett befd^riebett. ©intge flehen im ©djilf unb ähneln benen bei* 
Seute Imei fett, anbere ftnben (id) auf Säumen unb eingeftt in ben ^porften größerer Saubtoöget. 
©oulb mar nidht menig erftaunt, gu feb)en, baß beibe Söget in fo nahe Sadjbarfd)aft bommen unb 
ihre Srut neben einanber in aller ©intracht ergiehen. „9lnt 3. ©ttober", fagt er, „fanb id) baS Seft 
eines Sropfenfinben unter unb innerhalb beS SeißhotgeS am Reifte eines SßfcilablerS (Halia- 
stur sp'henurus), in meld)ern baS 2lblermeibd)cu brütete. Stein fdhmarger Segleiter, Satti, (tieg auf 
ben Saum einer hohen ®afuarina unb brachte bie ©ier beiber Söget herab. ©er bteine ^inb faß auf 
einem bünnen ämctglein, bicht bei feinem räuberifdjen unb bennodj ihut freunbtid)en Sadjbar." 
©eit einigen Sdfjren (inb toiele auftratifdhe Finten tebenb nad) ©uropa gekommen, unb gegen; 
märtig bringt jebeS ©d^iff faßt eine Sabung bei* uieblid)ert Shierdfjen mit. 9^eue Wirten merben guerft 
mit fehr hohen greifen begahlt, fehr halb jebodj pflegen biefe auf bie §ätfte ober baS Siertljeil ber 
früheren herabgitfallen ; benu gemöj)ttlich bringt baS näd)ßte ©djiff toon ber neuert Srt eine Stenge, 
©o bürfen mir alfo mit aller Sicherheit hoffen, baß mir aud) unfern „bemuttberungsmürbigen" @j>elg; 
ftnben in nidht allgu tanger £eit tebenb bet urtS fe^en merben. ©r mirb eine bei* größten 3terbett 
nuferer Sogelhäufer bilbett. 
Sur um aud) einen afiatifd)en Sertreter ber Familie aufgufü^rett, mill id) nod) mit menigen 
Sßorten beS atlbebannten SeiStoogelS (Padda oryzivora) gebenben. ©r ißt eins bei* größten Stit; 
glieber bei* Familie unb bilbet mit menigen ihm nahe toermanbten Giriert eilte befonbere ©ippc. ©er 
©d)nabet ißt groß unb ßtart, mit feiner $irßte red)tminWig in bie ©tint tretenb, toor bem Safenlodje 
mit einem SeißtdBen toerfehert, an ben ©djtteibett faßt gerabe. ©te beiben erßten ©d)mingert bei* giemlidh 
langen Flügel (inb bie längßtert. ©er bürge ©d)mang ißt abgerurtbet, feine eingeluett Gebern (inb breit. 
©aS ®leib ißt ber ^auptfarbè nach grau ober braun, mit meißen Sßangenflecben. 
UuauSgehritßter Seis heißt in ber d)ineftfd)en ©brache $ßabba; ber Same beS SogetS ißt (omit 
im ©eutfdjen paffertb micbergegeben. ©r führt biefen Santen aber auch in often übrigen Sprachen 
unb fd)on feit ben älteften Seiten. 3h« fleht man häufig auf alten djineftfehen Stalereien bargeftellt, 
SBre^tn, Sfjierlebett. III. ^4
        

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