Volltext: Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Zweiter Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Zweite Hälfte: Beutelthiere und Nager. Zahnarme, Hufthiere und Seesäugethiere (2)

©ie ©tutmeltl)ieve. 
ber Oberfeite ift lid)tröthtid)bi‘aun, grau uub ßhWärzlid) gemifdjt, bie bev Unterfette fchmuzigWeiß. 
©)er furze ©djWauz ift au ber ©pifce braun gebänbert. 
©)ie auSgebef)nten Anfiebelungeu beS SßrairiehunbeS, Weld)e mau ihrer ©röße Wegen „Dörfer" 
nennt, fiuben fid) regelmäßig in etwas Vertieften, frudjtbaren ©Siefen, auf betten bas niebïichfte ©raS 
AorbamerifaS (Sesleria dactyloides) einen Wunberfd)önen 9^afeute^>^tcf) bilbet uttb ihnen zugleich 
bequeme Aalji'ung gewährt. ,,.3u Weldjer unglaublichen AuSbel)uung bie Anfiebelungen biefer frieb= 
lichen ©rbbeWohner l)erangeWad)feu finb," fagt 33albuin SAôHljaufen, „bavon faun man fidj am 
beften überzeugen, Wenn man ununterbrochen ©age lang zWifdjen fleinen bügeln ^tngie^t, beren jeber 
eine Wohnung zweier ober mehrerer fold)er ©hiere bezeichnet." 
,,©)ie einzelnen ©Bohnungen finb geWöl)nlid) 15 bis 20 Fuß von einanber entfernt, unb 
jeber Heine ^iigel, ber fid) vor bent ©ingange in betreiben erhebt, mag aus einer guten ©ßagenlabuttg 
©rbe beftehen, bie admäl)lid) Von ben 23eWof)nern auS ben mtterirbifcheu ©ängett ans ©ageSlidjt be; 
förbert worben ift. 9Aand)e l)d6en einen, attbere bagegen zVoei ©ittgänge. ©in feftgetretener ^3fab 
führt oott einer ©Sol)nung zur anbern, bei beren Anblid bie Aermutt)ung rege toirb, baß eine innige 
Freuubfchaft unter biefen lebhaften, kleinen ©l)ieren hei‘i‘fd)eit muß. 23ei ber ©Sahl einer ©tede zur 
Anlage ihrer ©tätte fd^eint ein furzet, fraufeS ©raS fie zu beftimmen, weldfeS befonberS auf höheren 
©benen gebeil)t unb nebft einer ©Bürzel bie einzige Nahrung biefer ©hierdjen auSmad)t. ©ogar auf 
ben jpodjebenen von 3©eu^£0îerifo, Wo viele ©Heilen int Untfreife lein ©ropfen ©Baffer zu fiuben ift, 
gibt eS fehr bevölferte ^reiftaaten biefer Art, uttb ba in bortiger ©egettb mehrere ©ftonate t)iuburch 
fein Siegen fällt unb man, um ©runbwaffer zu erreichen, über 100 Fuß itt bie ©iefe graben müßte, 
jo ift faßt anznnehmett, baß bie $rairief)unbe feines SBafferê bebürfcn, fonbern fid) mit ber Feud)tig; 
feit begnügen, Weldfe zeitweife ein ftarfer ©l)an auf ben feinen ©raSl)almen zurüdläßt. ©)aß biefe 
©l)ierd)eu if)ren ©Binterfchlaf halten, ift Wol)l nicßt zu bezweifeln, beittt fie legen feinen FuttervorraH) 
für ben ©Sinter an; bas ©raS um ihre fohlen vertroduet im §erbfte gänzlid), unb ber $roft macht 
ben 33obett fo hart, baß eS unmöglich für fie fein Würbe, auf geWöhnlidjenx 2Bege fich Aahruttg zu 
verfd)affen. ©Senn ber $rairief)unb bie Annäherung feiner ©djlafzeit fühlt, Welche^ gewöhnlich in 
ben lebten ©agett beS DHoberS gefd)ieht, fo fließt er alle AuSgänge feiner ©Bofmung, um fid) gegen 
bie falte ©Binterluft zu fd)ühen, uttb übergibt fid) bann bem ©d)lafe, um nicht eher Wieber auf ber 
Oberwelt zu erfd)einen, aïs bis bie Warmen Frühlingstage ihn zu neuem, fröhlichen Beben erWeden. 
©)en AuSfagen ber Subiatter gemäß, öffnet ber ^rairief)unb mand)ntal bei noch falter ©Bitterung bie 
©hüren feiner 23ehaufnttg. OieS ift aisbann aber als fibres Sachen attznfel)en, baß halb Warme 
©age zu erwarten fittb." 
„©inett merfwürbigen Anblid gewährt eine fold)e Anfiebluitg, Wenn eS gliidt, von ben ©Sad)en 
unbeachtet in ihre Aäl)e zu gelangen, ©o Weit baS Auge nur reicht, henßht ein reges Beben unb 
©reiben: faft auf febem $ügel fîfct aufrecht, wie ein ©id)hörnd)en, baS Heine gelbbraune ©Hurmel; 
thier; baS aufwärts ftehenbe ©<hwänzd)en ift in immerWät)renber ©kWegung, unb zu einem förmlichen 
©ummen vereinigen fich bie feinen, bedenben ©timmd)en ber vielen ©aufenbe. Aäl)ert fidj ber 23e; 
fdjauer um einige ©dritte, fo Vernimmt unb unterfdjeibet er bie tieferen ©timmen älterer unb erfalj; 
rener Häupter, aber halb, Wie bttrch 3aubcrfd)lag, ift adeS Beben von ber Oberpdje verfdjWunben. 
Aur hiu unb Wieber ragt auS ber Oeffnuttg einer -Jpöljle ber $opf eines ^unbfdjafterS hervor, ber 
burdj anl)altenb heranSforbernbeS ©eden feine Angehörigen vor ber gefährlichen 9©ähe eines SAeufchen 
Wcxrnt. Begt man fich alSbattn nieber unb beobachtet bewegungslos unb gebnlbig bie nädjfte Um; 
gebung, fo Wirb in fuller Seit ber ©Badjtyoften ben 5ßlah auf bem ^ügel Vor feiner ©l)ür einnet)men 
uttb bnrch uitauSgefelftes 33eden feine ©efäl)rten von bem ©erfd)Winbett ber @efal)r in $enntniß 
fehen. ©r lodt baburd) einen nach bem anbern auS ben bunflen ©ängett auf bie Dbcrflädje, Wo alS; 
halb baS harmlofe ©reiben biefer gefedigen ©hiere von neuem beginnt, ©in älteres ©Ritglieb Von 
fehr gefegtem Aenßeren ftattet bann Wohl einen 23efud) bei bem Aachbar ab, ber ihn auf feinem $ügel 
in aufrechter ©tedung mit Webelnbem ©d)Wänzdheu erwartet unb bem ©kfudjer an feiner ©eite $ßlah
	        
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