Volltext: Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Zweiter Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Zweite Hälfte: Beutelthiere und Nager. Zahnarme, Hufthiere und Seesäugethiere (2)

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$Die Sfturmeltbiere. 
roftgelb, am Kinn unb ©orberbal! toeiß. (Stirn unb ©feitet finb rötblidjgetb unb braun gemifd)t, 
bie SlugenHeife tip, bic pße roftgelb, gegen bie 3el)en §tn fetter. Oa! ©Mbaar ber Oberfeite 
iftfcbtoarjgrau, ba! ber Unterfette fetter bräuulid)grau, ba! beê SSorber^aïféê einfarbig toeiß, bie 
©rannent)aare be! Nüdeu! finb in ber Ntitte braun geringelt. Oie NafetduWe ift fdpäratid), bie 
Tratten unb bie ©knurren finb f<hioar$, bie oberen ©orberjähne gelblid), bie unteren toeißlid;, ber 
Slugeuftern ift f^toar^braitn. Neugeborene $unge finb lichter, unb bie bereit! ^erumlaufenben auf 
bunHerem ©runbe fd)ärfer unb gröber gefledt, at! bie mitten. Ntan^ertei SIbäuberungen ber gär* 
bung fommen oor; am ^übfd>efteu ift bic ©bielart, bei freier bie braunen Men be! Nüden! 
burcb eine große Slnjabt Heiner runblidjer Rieden oon toeißlid)er ftarbe unterbrochen toerben. ©Me 
bie meiften anberen ^ô^ïent^iere bat ba! 3iefel \tty fur§e Obren, ©ie feben faft toie abgefd)nitten au!, 
finb unter bem ©elje oerftedt unb befteben blo! in einem bidbebaarten £autraube, ber flad) am 
Kotfe anliegt. Oie ©kngenbaut ift bängenb unb fd)laff, bie Oberlippe tief gehalten, lieber febern 
Singe fteben oier furje ©orftcnbaare. 
Oer gemeine Riefet finbet fid) b<tuptfäd)ti<h im Often ©uropa! unb in einem Steile Slfien!. 
Sllbertu! SNagnu! ïennt ibn au! ber ©egenb oon.Negen!burg, unb Oie! ioürbe ber SNeinung 
Oieter ©elebrten, toelcpe feine urfprünglid)e #eimat in SIfien fudjen, toiberfpred)en ; bocb berichtet 
neuerbing! 2Nartin, baß ber 3iefet fid) in ©Rieften immer Leiter in toeft!id)er Nicptung oerbreite. 
SSor ettoa breißig Satyrn bannte man ibn bort gar nicht, feit jtoanaig Satytn aber ift er fd)on im 
toeftlicpen ^bc^e ^ev / unb §toar im Negieritng!be§irb Siegniß, eingetoaubert unb ftreift oon 
ba au! immer toeiter toeftlich- 2öie e! fcpeiut, bat er oon allen oertoanbten Slrteu bie größte ©er; 
breitung. SNan fennt it)n mit ©id;ert)eit au! bem ganzen füblid)en unb gemäßigten Nußlanb, ©a* 
lijien, ©d)lefien unb Ungarn, ©teiermarl, 2Nät)reu unb ©öt)men, Kärntben, Krain, bem mitt* 
teren ©ibirien unb ber oberhalb be! fdparaeu ©teere! gelegenen ruffifdjeu $roüin$en. Oaß er in 
Nußlanb b«wfiger ift, al!beiun!, gebt au! feinem Namen beroor; biefer ift eigentlid) ruffifd)en 
Urfprung! unb tautet „ ©u!lif .îpierau! eutftaub im ^ßo!nifd)en „©ufei/;, unb im ©öbmifcben 
„©ifel", unb barau! enbtid) machten loir 3iefet. Oie Sitten nannten ba! £t)ie^en „pontifie 
Ntau!" ober „©imor". Sin ben meiften Orten, too fid) ber 3tefel finbet, fommt er and) häufig oor 
unb fügt unter Umftänben bem Slderbau jiemlicben ©cbaben §u. ©ein Slufentbatt finb trodene, bannte 
leere ©egenben, unb er liebt oor allem einen binbenben ©anb; ober Sebmboben, alfo bauptfäd)lid) ©der; 
felber unb ioeite @ra!ftäd)en. ©Sälber unb ©umpfgegenben meibet er forgfältig. ©r lebt gefeUig, aber 
jeber einzelne gräbt fid) feinen eigenen ©au in bie ©rbe, ba! SNäun^en einen flaueren, ba! ©$eib; 
d;en einen tieferen. Oer Reffet liegt oier bi! fec^ $uß unter ber Oberfläche be! ©oben!, ift oon 
tänglicbrunber ©eftalt, bat ungefähr einen $uß Ourpneffer unb toirb mit trodenem ©rafe au!gefüttert. 
Nach oben führt immer nur ein einziger, aiemlid) enger unb in mand)erlei Krümmungen oft febr flach 
unter ber'©rboberpd)e bmtaufenber ©ang. ©or feiner Ntünbung liegt ein Heiner Raufen au!ge; 
toorfener ©rbe. Oer ©ang ioirb nur ein 3abv lang benußt; benn fobatb e! im £erbft anfängt, Mt 
£U toerben, oerftopft ber 3^efeï bte 3ugattg£öffnung, gräbt fid) aber oont Sagerplaiî au! eine neue 
Nöbre bi! bid)t unter bie Oberfläd)e, toelcbe bann im grühfabre, fobalb ber Sßinterfcblaf oorüber, 
geöffnet unb für ba! laufenbe 3abr al! 3ugang benußt toirb. Oie ber oerfpebenen ©äuge 
gibt alfo genau ba! Sitter ber ©Jobnung an, nicht aber auch ba! Sitter be! in ihr ioohnenben Spere!, 
loeil nicht fetten ein anberer 3^î^ noch Qnte Söobnung eine! feiner ©orfabreu benu^t, fall! 
biefer burd) irgenb einen 3ufü^ ©runbe ging. Nebenhöhlen fiuben ftch auch im ©aue 5 fie bienen 
gur Sluffheicheruug ber Söinteroorrätbe, loetche im ^erbft eingetragen toerben. Oer ©au, in 
ïoeïd)em ba! ©$eibd)en im fÇrübiabre, getoöbnlid) im SlfH'it ober SNai, feine brei bi! acht nadten unb 
blinben, anfang! pmlid) unförmigen jungen ioirft, ift immer tiefer, at! alle übrigen, um ben 
gärtlid) geliebten Kleinen hinlänglichen ©d)uß §u gewähren. 
Side ©eobad;ter nennen ben 3iefel ein niebliche!, pmude! ©epöpf, unb foremen mit einer 
geloiffen Siebe oon ihm, trofe be! ©<haben!, loetd;er burch ity oerurfa^t toirb, toäbrenb belanntlich
	        
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