Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Zweiter Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Zweite Hälfte: Beutelthiere und Nager. Zahnarme, Hufthiere und Seesäugethiere
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29458/532/
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®te Antilopen. — ©er eigentliche ©»ringbod. 
tenu ergiebiger, alg irgenb eine artbere 3agb, ift bie mit bert Sßinbfpielen ber @tepbe ober ber 
Sßüfte. Sie fangen oft an einem einzigen £ag breiig big oiergig ©tüd beë lederen 2ßilbeg. 
5tuf bie übrigen Gangarten, toelcpe man pier ober ba antoenbet, eingugepen, ioürbe ein »ergebe 
licpcg Unterfangen fein, toeiï jebeg SSolf feine eigenen 3agbtoeifen pat. 
5tu§er bent 9Jtenfd)en [teilen ber ertragenen ©agelle nur toenige geinbe nacp: 3agbleoparb, 
©teppen; unb ffiilbpunbe bürften bie [(plimmften oon ipnen fein. 
àit ben ©agelleit pabett bie ©pringböde (Antidorcas) große Slepnlicpïeit. Oer Unterfcpieb 
gtoifcpen beiben befielt ^au^tfäc^Uc^ barin, baß lederen bie ßniebiifcpel ber erfteren fehlen. Oag be; 
fanntefte Opier bief er ©nippe ift ber eigentliche ©pringbo cf, Sßrunfs ober Bug bod, fSronfbod, 
©redbod (Antidorcas Euchore), toelcper ben ©üben Slfrifag in ungeheuren gerben beoöltert. ©r 
erreicht ettoa 2Y. guß £öpe, gegen 4V« guß Sänge unb trägt leierförmig gefrümntie, fcptoarge, 20 
big 40 ÜM geringelte ferner. Oie Ohren finb lang unb fpipig, bie Singen groß unb bunfeU 
braun, lang, feptoarg, beïoimpert; bag #aatfleib ift fein, oben oon lebhaft gimmtbrauner Färbung, 
am ®opfe toeiß mit buttfelbraunen Streifen oon ben Römern big gum SJhtnbtoinfel, an ber Unter; 
feite unb bem Spiegel bagegen toeiß; ber fepr bünne ©djtoang ift unten grau, oben toeiß, an ber 
©pipe fdjtoarggrau. ©in toeißer Streifen »erläuft über ben Sftüden. ©r ift in fofern merftoürbig, 
alê er bei fdjneller SSetoegung beg SOpiereê in eigentpümlicper SOSeife herbortritt. Oie £aut fcheint 
Port eine gälte gu bilben, toelcpe bei fc£;neller SSetoegung geöffnet unb gefdptoffen toirb. So fommt 
halb ber Streifen in größerer, halb in geringerer Breite peroor unb änbert fo bie allgemeine ©rfepei; 
nung beg OpiereS toefentlidj. 
Sille Steifenben, toelcpe ben ©üben Slfrifag befugten, finb einftimmig in ber Setounberung ber 
ungeheuren 3apl, in Welcher bie ©pringböde gutoeilen auftreten. 
3nt Sîorben beg Æapïanbeg liegen, toie ung ©tedenfträfe berieptet, auggebepnte, queUenlofe 
©betten, in ioelcpen ber SJienfcp nur toäprenb ber Sfagcngeit toopnen faun. Stm ©nbe berfelbeu blei; 
ben noch Oüntpel fcplecpten SBafferö übrig, treidle bem Söilbe genügen. Stuf biefen uttabfepbaren 
glächen fantmein fiep bie ©pringböde, biê Sltleg int bucpftäblidjen ©inne baoon ioimmelt. SBentt 
nun, toieegettoa alle oier ober fünf 3 
bag oerbrannte Sanb fiep oon neuem mit fangen bebedt, giepen fie in ipre frieblidjen ©betten gurüd. 
Saufenbe unb anbere Saufenbe oereinigen fiep gu biefen fottberbaren Plgerfcpaften ober „Sredbodett", 
toie bie pollänbifcpen SSoerg fie nennen, unb bie ©eptoärme toaepfen an, toie bie ber £eufcpreden. 
„Seber Sfteifenbe," fagt Äapitän ©orbott ©itmming, „toeldjer bie ungepeuren äJtaffen, in 
benenVr ©pringbod bei feinen SGBanberungen erfepeint, gefepen pat, ioie icp, unb oon Ocut, toag er 
gefepen, eine ioaprpaft getreue Oefcpreibung gibt, mußfürepten, Unglauben gu ernten: fo iottnber? 
bar ift ber Slnblid ber »anbernbeu £erbe. Xreffenb unb richtig pat man fie mit ben oerpeerenben 
$euf 
jentalg gepabt pabe. ©eit ungefäpr gtoei ©tunben oor Oageganbrud) patte id) toad) in meinem 2Ba; 
gen gelegen, unb auf bag ©rungett ber S3öde gehört, ioeld)eg idp in einer ©ntfernung oon ungefäpr 
gtoeipunbert ©dritten fcapmapm. 3d) glaubte, baß irgenb eine große $erbe oon ©pringböden neben- 
meinem Sager grafe; alg eg aber pell getoorben unb icp auftoad)te, fap id) bie gauge ©bene buepftäb-
        

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