Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Zweiter Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Zweite Hälfte: Beutelthiere und Nager. Zahnarme, Hufthiere und Seesäugethiere
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29458/339/
®a! ©djnabelthier. 
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Sut bie Ouerfalte ber jpaut nimmt an biefer Färbung Ofjeil. Oie jungen Spiere unterfteiben fid) 
oon ben alten bm*t ba! fd^öne, feine, filberWeiße $aar an ber unteren gläte bel ©tioanje! unb 
bidjt über ben oier giißen. Seim Oahingleiten auf bent ©flamme werben biefe ^»aare abgerieben, 
nnb Ijierburdj ber Unter fd)ieb jwifdjen ben üerftiebenen Slterlftufen ^erborgebrac^t. 
(Sin eigentpmlic^er giftgerut ftrömt oon bem Sßelje au!, guntal Wenn er naß ift ; Waljrftein; 
lit rührt er oon einer öligen Sbfonberung her. Oie Sufralier effen trüb btefer Wiberlid^en Sul; 
bünftnng bal gleift bel Oljiere! fefw gern; bod) Will Oie! gu feiner ©mpfetfung all Seder biff en eben 
nidjt oiel fagen, ba fa biefett SSenften Slle! red)t ïommt, Wa! nur eßbar ift: ©^langen, Stat; 
ten, fÇröfe ebenfogut, wie bie fd)mad§aften Seuteltl)iere. 
Sm liebften beWopnt bal ©d)nabelt^ier ruhige ©teilen ber glüffe, fogenannte SltWäffer, in 
Welchen ^a^lreid^e Stofferpflangen flehen, unb lanbige Säume bal Ufer befdjatten. §\tr legt el fic^ 
am Uferranbe einen mehr ober Weniger ïünfliten Sau an. Oie elfte jpöl)le, Weld)e Sennett fap, 
lag an einem [teilen Ufer gwiften @ra! unb Kräutern, bid^t am fÇluffe. ©in etwa 20 guß tanger, 
oielfat geWunbener ©ang münbete in einen geräumigeren Reffet, Wetter wie ber ©ang mit trodenen 
Stofferpftanjen beftreut War. ©ewöhnlid) Çat aber jeber Sau gWei ©ingänge, einen unter bem 
Stoff er flieget, ben anberen etwa einen guß barnber. .guWeilen ïommt el oor, baß her ©ingang 
bil 5 guß üoni Staube bei Stoff er! entfernt ift. Oie Stöljre läuft oon unten fd&ief in bie $öl>e, fo 
baß ber Keffel feiten bem ©inbringen bel #o$Wafferl aulgefe^t ift. Sud) fd^eint fid) bal ÎÇier 
hiernach §u rieten unb, je nacfybem Böserer ober feisterer Stofferftanb, bie Stöpre oon 20 bi! 35, ja 
fogar bi! 50 guß Sänge auljube^nen. 
Stan fielet bie ©<§nabelt$ere gu jeber Seit in ben glüffen Sufralienl, am häufigften jebot Wälj; 
renb bei grühlingl unb ber ©ommerntonate, unb e! [tagt fid), ob fte nid)t oieKeitt einen ©inters 
fd)taf palten. ©ie fiitb eigentlich Oämmerunglthiere, obwohl fie and) wät)renb bei £age! ihre Ser; 
fted'e auf ïurge Beit Oerlaffeu, um ihrer Stopfung nad)suget)en. Stonft ba! Stoffer recht ïlar ift, 
Bann man ben Stog, Welchen ba! halb taud)enbe, halb wieber auf ber Oberftädje erfcheittenbe Opter 
nimmt, mit ben Sugen »erfolgen. Sn fo burdhfid^tige ©teilen fommt e! aber nur pötf feiten, 
gteichfam all ob e! fid) feiner Unfterpeit hiev bewußt Wäre, unb el »erläßt fte auch fobalb all mög; 
lieh Wieber. Storni mau [ich gang rul)ig »erhält, bauert e! an günftigen Orten nid)t lange, bi! man 
an ber Oberfläche be! Stoff er! ben fleinen, eigentümlich gefalteten Kopf fiel)t, ber rafd) bahin 
freicht, mil man benfelben aber beobad)ten, fo muß man gang regungllol oerWeilen ; benn nid)t 
bie geringfte SeWegung entgeht bem fd&arfen Suge, nid)t ba! leifefte ©eräufd) bem feinen Ohr bei 
Sthiere!; unb Wenn e! einmal »erfdjeudjt Worben ift, ïommt e! feiten Wieber. £ält man fid) oöHig 
ruhig, fo ïann man e! lange oor fit perumpabbeln fel)en. ©eiten bleibt e! länger, all eine ober 
SWei Stinuten oben; bann taudjt e! unb er ft eint in einer Keinen ©ntfernung wieber. SSie Sen; 
nett an gefangenen beobad)tete, t;ält fit ba! Spier immer gern am Ufer, bid)t über bem ©tlamme, 
unb grünbeit hier gwiften ben ©urgeln nnb unterften Slättern ber StoffergeWädfe, Welte ben 
^auptaufentpalt oon Kerbtieren bilben. ©! ftwimmt üortrefflit, ebenfoWopl ftromauf;, all from’; 
abwärt!, igm elfteren galle muß e! fid) etwa! anfrengen, im letzteren läßt e! ft behaglid) oon ber 
©trömung treiben. Oie Nahrung, Weld)e e! Währenb feiner Stoibegänge aufnimmt, pauptfätlid) 
Keine Stofferïerbtpiere unb Stoittpiere, Wirb gunätf ben Sadentaften aufbewahrt, unb bann 
bei größerer Supe oergehrt. — 
„Sn einem fd)önen ©ommerabenb," erzählt Sennett, „näherte id) mit einem Keinen gluffe 
in Suftralien, unb ba id) bie Sorliebe bel ©tnabettl)iere! für bie Oämmerung ïaunte, fo futte it 
mir gu biefer Bett feinen Snblid gu oerfd)affen. Oie glinte in ber £anb, blieben Wir . gebulbig am 
Ufer flehen. ©! bauerte and) nid)t lange, bi! Wir an ber Oberfäd)e bel Stoffer!, un! giemlit 
nal)e, einen fttoargen Körper fal)en, beffen ©pipe, ber Kopf, fit nur Wenig über bie Oberfläd)e 
be! Stoffer! erhob. Stor blieben reguugllol, um ba! Spier oid)t gu üerfteuten, beobad)teten erft, 
unb futten bann fooiel all möglit feinen SeWegungen gu folgen. Oentt man muß fit ftußfertig
        

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