Volltext: Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Zweiter Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Zweite Hälfte: Beutelthiere und Nager. Zahnarme, Hufthiere und Seesäugethiere (2)

®ie Hutia = <$oiigci. 
20.9 
©tü>a3 uteri' Riffen Wir über bie Çerfelratten (Capromys). 3tenili<h bebeutenbe ^©röße, 
ein fuv^er, bttfer Seib mit heftigem Hintertheil, ein fuller, bief er Halg unb ein giemlid) langer unb 
breiter ®opf mit geftreefter, ßtumpf gugefpi^ter ©djnauge, mittelgroßen, breiten, faßt nackten Ohren 
unb giemlid) großen Slug en, fowie gefpaltener Oberlippe, ßtarke Seine unb Hinterfüße mit fünf unb 
Sorberfüße mit öierä^en, Weld)e fämmtlid) mit langen, ftarf gekrümmten, gugefpi^ten, fdjarfen 
Tratten bewehrt fittb, nebft einer OaumenWarge, bie nur einen üßlattnagel trägt, ein mittellanger, 
befclmppter unb fpärlidj mit Hoaren befeater ©djWang enblicp finb bie ^enngeidjen biefer ©ippe. 
Oie Scpaarung ißt reichlich, fd) ledit, giemlid) grob, rauh unb glättgenb. Oie eine unb gWar bie 
mid^tigßte Slrt, bie gemeine ^erfelratte ober bie Hntia;©onga (Capromys Fournieri) wirb 
fd;on Oon ben älteßten ©cpriftßtellern ermähnt, ißt aber bod) erßt in ber neueßten Beit begannt ge; 
ioorben. Ooiebo gebenft in feinem im 3a$re 1525 erfd)ieneuen SGBerke eineg bem Kaninchen ähnlichen 
ïl;iereê, Weld)eê auf ©an Oomingo oorkomnte unb bie Hauptnahrung ber ©ingeborenen auêmacpe. 
Sereitê 32 Bapre nach ©ntbedung oon Amerika tear baê SCÇier burep bie 3agb ber ©ingeborenen 
bebeutenb oerminbert Worben, unb gegenwärtig ißt eg augfdßiließlicf; auf ©uba befdjränkt, obgleid) auch 
l;ier in ben bewohnteren £t)eilen auêgerottet. 
Sie £utia = (5onga (Capromys Fournieri). 
Oie Hntia;©onga bewopnt bie bid)teren unb größeren SSälber unb lebt entWcber auf Säumen 
ober im bid)teßten ©ebüfd), nur bei Sad)t l)eroorkommenb, um nad) Nahrung auêgugeheu. 3hre Se; 
Wegungen auf ben Säumen finb nicht eben gefdjwinb, jebod) gefd)idt, währenb ßie auf ber ©rbe Wegeu 
ber ßtarken ©ntwidelung ber hinteren Äörperhälfte ßich fd) Wer fälliger geigt unb beêhalb au bie Säreit 
erinnert. Seim klettern gebraucht ßie beu ©chWang, um ßid) feßtguhalten, ober um ba§ ©leid)gewid)t 
gu Oermitteln. Slm Sobeu fefct ßie ßid; oft aufrecht nad) Hofenart, um ßid) umgufchauen; guweileu 
mad)t ßie furge ©prünge wie bie $anind)en, ober läuft in einem plumpen ©alopp Wie ein Reidel ba= 
hin. Unter ihren ©innen ißt ber ©erud) am beßten entwidelt; bie ßtumpfe ©djnaugenfpihe unb bie 
Weiten, fd)ief geßteUten, mit einem erhabenen Stanbe umgebenen unb burd) eine tiefe furche getrennten 
Scafenlödjer fmb beßtänbig in SeWegung, gumal Wenn irgenb ein neuer, unbekannter ©egeitßtanb in 
il)re Stäbe kommt. 3hve ©eißtegfähigkeiten finb gering, ©ie ißt im allgemeinen furdjtfam unb gut; 
müthig, auch gefedig unb freunblid) gegen anbere ihrer Slrt, mit benen ßie fpielt, ohne jemals in 
©treit gu geraden. Sßirb eine oon ihren SerWanbten getrennt, fo geigen beibe oiel Unruhe, rufen 
ßid) burd) fd)arfpfeifenbe Saute unb begrüßen ßid) bei ber SBieberOereinigung burd) bumpfeê ©rungeit. 
SSrefjm, Sljierïe&eit. II. 14
	        
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