Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Erster Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Erste Hälfte: Affen und Halbaffen, Flatterthiere und Raubthiere.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29457/766/
694 Die Raubthiere. Maulwürfe. — Grüner Goldmull. Gemeiner Wassermull. 
Eine dritte Sippe enthält die Goldmulle (Chrysochloris), die südafrikanischen Vertreter der 
bisher Genannten. Sie haben noch ganz die walzenförmige Gestalt und den kurzen, weichen Pelz der 
eigentlichen Maulwürfe, unterscheiden sich aber von diesen hinlänglich durch den gänzlichen Mangel 
des Schwanzes und ihre anders gebildeten Pfoten. Die Vorderfüße besitzen nämlich blos drei große 
Sichelkrallen, während die Hinterfüße noch fünfzehig sind und kurze Krallen tragen. Aeußere Ohr¬ 
muscheln fehlen, wie bei unseren Maulwürfen; das Auge ist verdeckt; die kurze, zugespitzte Schnauze 
endet in einen nackten Knorpel, und die weiche Behaarung schimmert in einem wahrhaft blendenden 
Metallglanz, welcher dem Schiller mancher Kerbthiere und Vögel in Nichts nachgiebt und selbst mit 
dem Edelsteingefieder der Kolibris wetteifern kann. Einen solchen Haarglanz besitzt außer wenigen 
anderen Maulwürfen kein Säugethier weiter: und Dies' allein schon würde genügen, um unsere 
Theilnahme für den Goldmull zu erwecken. In dem Gebiß zeigen sie ebenfalls große Eigenthümlich¬ 
keiten. Die Zähne, von denen in jeder Reihe zehn hinter einander stehen, sind durch kleine Lücken 
von einander getrennt, und gleich der erstere ähnelt dem starken, einwurzlichen Eckzahne; die beiden 
Der grüne Goldmull (Chrysochloris inaurata). 
folgenden kleineren sind ebenfalls eckzahnartig. Diese Zähne stehen aber im Zwischenkiefer und müssen 
deshalb als Schneidezähne angesehen werden, während derjenige, welcher an der eigentlichen Stelle 
des Eckzahnes steht, in seiner Form ein Lückzahn ist. Noch andere Eigenthümlichkeiten des Gerippes 
brauchen wir hier nicht weiter zu erwähnen. 
Alle Goldmulle bewohnen den südlichen Theil Afrikas. Sie leben dort ganz in der Weise 
unserer Maulwürfe und sind bei den Einwohnern, namentlich bei den europäischen Ansiedlern, ebenso 
verhaßt, wie die Maulwürfe, weil sie in den Gärten oft großen Schaden anrichten. 
Der grüne Goldmull (Chrysochloris inaurata) ist ein Bewohner des Kaplandes und nament¬ 
lich in der Nähe der Kapstadt sehr häufig. In der Gestalt und Größe ähnelt er unserm gemeinen 
Maulwurfe; die Körperlänge beträgt fünf Zoll, die Höhe am Widerrist 1 y2 Zoll. Seine Augen sind 
außerordentlich klein und von der allgemeinen Körperhaut überdeckt. Der Pelz ist braun mit pracht¬ 
vollem Metallglanze, die Augengegend und ein Streifen zum Mundwinkel sind mattbraungelb, die 
Kehlgegend ist grünlich. Der Grund des Pelzes ist schieferfarben, die Krallen lichthornsarben.
        

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