Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Erster Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Erste Hälfte: Affen und Halbaffen, Flatterthiere und Raubthiere.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29457/731/
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Benutzung des Igels. 
-in Wesen, d-ff-n Erscheinen Unglück »ringt k. Knrz. man sncht sich gle.chsam selbst z» -ntschnld.gen, 
daß man ein so nützliches Thier ohne Grund verfolgt und tobtet 
Eine zweite Art unfern Sippe, den großohrigen Igel (Erinaceus auritus) 5etgt neben¬ 
stehendes Bild. Er unterscheidet sich durch die größeren Ohren und dre verlängerte Schnauze von 
den übrigen; auch sind seine Füße etwas länger und dünner. Der Schwanz rst kurz, kugelfornng 
geringelt und dunkelbraun. Die Stacheln sind blos zwanzig bis zweiundzwanzrgmal gefurcht und dre 
Leistchen zwischen den Furchen mit feinen Haaren besetzt. Die braunen Schnurren sind m vrer Rechen 
geordnet und hinten sehr lang, das Haar ist weich und weiß am Kopfe, aber schmuzlggrau, und dre 
Stacheln sind am Grunde weiß, in der Mitte braun und an der Sprtze gelblrch gezerchnet Dre 
Leibeslänge beträgt 91/2 Zoll, die des Schwanzes einen Zoll. Diese Art befindet sich rn Sl rrren 
und in allen übrigen östlichen Ländern des asiatischen Rußlands, zumal rn der Tartarer. In Egypten 
leben ihm sehr verwandte Arten, welche sich hauptsächlich durch den Bau ihrer Stacheln unterscheiden. 
Die Lebensweise stimmt mit der des unsrigen überein; wenigstens fehlen zur Zert noch Beobachtungen, 
welche die etwa bestehenden Unterschiede zu unserer Kenntniß gebracht hätten. 
Die Borstenigel (Centetes) bilden eine zweite Gruppe der Familie und gleichsam ernen Ueber- 
gang von ihr zu der folgenden, welche die Spitzmäuse umfaßt. Noch tragen die hierhergehörigen 
Thiere ein Stachelkleid, aber die Stacheln sind nicht mehr solang und viel weicher, als Bet den eigent¬ 
lichen Igeln, auch sind dieselben schon sehr mit Borsten untermengt, während der Kopf mit Haaren 
bedeckt ist. Dre Schnauze ist stark verlängert, und namentlich die Nase ragt weit über Zne Unterlippe 
vor. Die Ohren sind kurz, der Schwanz fehlt gänzlich; Vorder- und Hinterbeine sind fünfzehig. 
Allen Borstenigeln fehlt die Fähigkeit, sich zusammenzurollen, und hierdurch unterscheiden ste sich 
allerdings sehr wesentlich von den erstbeschriebenen. Die Arten dieser Sippe bewohnen Madagaskar. 
Sie graben sich während der heißen Jahreszeit in Höhlen ein, in denen sie ebenfalls ernen Winter¬ 
schlaf halten. Sie lieben die Nähe des Wassers und wälzen sich gern im Schlamm. Die Zahl ihrer 
Jungen soll sehr groß sein, nämlich bis achtzehn ansteigen. Ihr Fleisch wird von den Emgebornen 
gern gegessen. 
Bis jetzt kennt man blos'zwei Arten dieser Thiere, von denen der Tanrek (Centetes ecaudatus) 
die in unseren Sammlungen häufigste ist. Wie die Abbildung zeigt, ist die Gestalt des Thieres noch 
mehr schweinsähnlich, als die unsers Igels. Dazu ist der Tanrek schlanker und hochbeiniger, als 
sein europäischer Verwandter. Der Kopf- und Schnauzenbau, sowie die Bildung der Beine stüd 
jedenfalls das Merkwürdigste an ihm; aber auch das Haarkleid ist ganz eigenthümlich. An dem 
schlanken Leib sitzt der sehr lange Kopf, welcher etwa ein Drittel der ganzen Körperlänge emmmrnt, 
hinten besonders dick ist, nach vornhin aber sich verschmälert; die rundlichen Ohren sind kurz und 
hinten ausgebuchtet; die Augen klein, aber doch größer, als bei den eigentlichen Igeln; der Hals ist 
kurz und dünner, als der Leib, aber wenigstens einigermaßen abgesetzt; die Beine sind mittelhoch, dre 
hinteren nur wenig länger, als die vorderen. Von den fünf Zehen an den Füßen ist die mittle am 
längsten; die Krallen sind mittelstark. Der ganze Körper ist ziemlich dicht mit Stacheln, Borsten und 
Haaren bedeckt, welche gewissermaßen in einander übergehen oder wenigstens deutlich zeigen, daß der 
Stachel blos eine Umänderung des Haares ist. Nur am Hinterkopf, am Nacken und an den Seiten 
des Halses finden sich wahre, wenn auch nicht sehr harte, etwas biegsame Stacheln von ungefähr 
1/2 Zoll in der Länge. Sie bilden einen Schopf, stehen jedoch nicht besonders dick. Weiter gegen die 
Seiten hin werden die Stacheln länger, zugleich aber auch dünner, weicher und biegsamer. Dazu
        

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