Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Erster Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Erste Hälfte: Affen und Halbaffen, Flatterthiere und Raubthiere.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29457/716/
644 Die Raubthiere. Bären. — Panda. — Kerbthierfresser im Allgemeinen. 
auch im Weiterklettern, indem es ihn dann einfach lockert und auf dem Ast oder Baumstamm fort¬ 
schleift, ohne jedoch die Umschlingung zu lösen. Seine Freßlust soll in keinem Verhältniß zu seiner 
Größe stehen, jedoch leicht zu befriedigen sein, weil der Binturong durchaus kein Kostverächter und 
gekochter Reis bekanntermaßen ein sehr billiges Nahrungsmittel ist. 
Auch das letzte Mitglied der Bärenfamilie bildet eine besondere Sippe, welches man Katzenbär 
(Ailurus) genannt hat. Der Panda (Ailurus refulgens) hat eine Gestalt, welche zwischen Wasch¬ 
bär und Katze in der Mitte steht. Sein Körper erscheint wegen des dichten und weichen Pelzes 
plumper, als er ist; der langbehaarte Kopf ist sehr kurz und fast katzenartig. Die Schnauze ist kurz 
und breit, die Ohren sind groß, der lange Schwanz schlaff und buschig behaart, daher sehr dick. Die 
niederen Beine haben behaarte Sohlen und kurze Zehen mit starkgekrümmten, spitzen, halbeinziehbaren 
Krallen. In der Größe ähnelt das Thier ungefähr einer Hauskatze. Seine Leibeslänge beträgt 
Der Panda (Ailurus refulgens). 
zwanzig, die des Schwanzes dreizehn und die Höhe am Widerrist neun Zoll. Die Behaarung besteht 
aus Woll- und Grannenhaaren und ist dicht, weich, glatt und sehr lang, weshalb auch der Panda viel 
dicker erscheint, als es wirklich ist. Auf der Oberseite ist er lebhaft und glänzend dunkelroth gefärbt, 
auf dem Rücken mit lichtgoldgelbem Anfluge, weil hier die Haare in gelbe Spitzen enden. Die Unter¬ 
seite ist glänzend schwarz, ebenso sind die Beine gefärbt, doch zieht sich eine dunkelkastanienrothe Quer¬ 
binde über ihre Außen- und Vorderseite, Scheitel und Stirn spielen ins Lichtgelbe, die langen Wangen¬ 
haare sind weiß, nach rückwärts rostgelblich. Eine rostrothe Binde verläuft unterhalb der Augen zum 
Mundwinkel und trennt die weiße Schnauze von den Wangen. Das Kinn ist weiß, die Ohren sind 
außen mit schwarzrothen, innen mit langen, weißen Haaren besetzt. Der Schwanz ist fuchsroth mit 
undeutlichen, lichteren, schmalen Ringen. 
Die Heimat d.es Panda ist das Gebirgsland südlich des Himalaya, zwischen Nepal und den 
Schneebergen. Hier lebt er in Wäldern, welche in bedeutender Höhe liegen, am liebsten auf Bäumen, 
in der Nähe von Flüssen und Alpenbächen. Er klettert vortrefflich und jagt nach kleinen Vögeln und 
deren Eiern, Säugethieren und Kerbthieren, nimmt aber auch gern Früchte zu sich. Ein lauter Ruf,
        

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