Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Erster Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Erste Hälfte: Affen und Halbaffen, Flatterthiere und Raubthiere.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29457/538/
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Die Raubthiere. Schleichkatzen. — Katzenfrett. 
und benannte es zuerst wissenschaftlich, und die amerikanischen Forscher Charlesworth, Clark, 
Bai'rd und vor Allen Audubon sammelten Beobachtungen über Lebensweise und Betragen. Das 
erwachsene Männchen erreicht eine Gesammtlänge von säst drei Fuß, wovon 2/5 auf den Schwanz zu 
rechnen sind. In der Gestalt erinnert das Katzenfrett an einen kleinen Fuchs, in der Färbung an 
die Nasenbären. „Das Thier sieht aus," sagt Baird, „als ob es ein Blendling des Fuchses und 
des Waschbären wäre. Von dem Einen hat es die Gestalt und den listigen Blick, von dem Andern 
den geringelten Schwanz. Der Leib ist schlanker, als der des Fuchses, aber gedrungener, als der des 
Wiesels; er hat fast die Verhältnisse des Nörz. Das ziemlich weiche, mit einigen längeren Grannen 
untermengte Haar ist fast so lang, als das eines Fuchsbalges, der Kopf ist zugespitzt, die nackte 
Schnauze lang, das Auge groß, die außen nackten, innen kurz behaarten Ohren sind gut entwickelt, 
zugespitzt und aufrecht gestellt." Seine Oberseite deckt ein dunkles Braungrau, in welches sich schwarze 
Haare mischen, die Wangen und der Unterbauch sind gelblichweiß oder roströthlich, die Augen von 
derselben Färbung und hierauf dunkler umrandet, die Seiten sind lichter. Längs des Halses herab und 
über die Beine verlaufen einige verwaschene Binden, der Schwanz ist weiß, achtmal schwarz geringelt. 
Das Katzenfrett (Bassaris astuta)• 
Soviel jetzt bekannt, bewohnt der Cacamizli Mejiko und Tejas, dort Felsenklüste und verlassene 
Gebäude, hier hauptsächlich Baumhöhlen. In Mejiko findet er sich häufig in der Hauptstadt selbst, 
und Charlesworth nimmt sogar an, daß er sein Lager niemals weit von menschlichen Wohnungen 
aufschlage, weil^ gerade der Mensch durch seine Hühnerställe die Jagd des Räubers besonders be¬ 
günstige. Auch Clark giebt Stallungen und verlassene Gebäude als Wohnungen des Katzenfrett an, 
obwohl nur nach Hörensagen, während er es selbst im Geklüft der Felsen und auf Bäumen fand. 
Audubon scheint es nur auf Bäumen beobachtet zu haben, und zwar in jenen steppenartigen Gegenden 
von Tejas, in welchen der Graswald ab und zu unterbrochen wird durch ein dichtes Unterholz, aus 
dem alte, größere Bäume einzeln sich erheben. Viele von ihnen sind hohl, und solche, deren Höhlu'ngen 
von oben her Schutz gegen den Regen haben, werden vom Katzenfrett bevorzugt. Hier lebt es einzeln, 
scheu und zurückgezogen vor dem zudringlichen Menschen, durch die Beschaffenheit des Unterwuchses 
besonders geschützt. Clark behauptet, daß es nirgends selten ist, wegen seines nächtlichen Treibens 
aber nur nicht oft bemerkt und demzufolge auch selten erlangt wird, obgleich die Landeigenthümer, 
erbost durch die vielfachen Räubereien, welche das Thier begeht, kein Mittel unversucht lassen, es 
auszurotten. Treu hängt es an dem einmal gewählten Baume, und selten entfernt es sich weit von
        

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