Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Erster Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Erste Hälfte: Affen und Halbaffen, Flatterthiere und Raubthiere.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29457/501/
Fang und Zähmung des Eisfuchses. — Frei- und Gefangenleben des Korsack. 
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wird ausgeräuchert und sucht sein Heil natürlich in schnellster Flucht, ist aber dann auch regelmäßig 
verloren. Aber die Tartaren haben noch viel gefährlichere Iagdthiere für ihn abgerichtet. Sie be¬ 
dienen sich nämlich gezähmter Steinadler, wohl auch Iagdedelfalken, zu seinem Fang, und 
solchen geflügelten Räubern kann der arme Bursche natürlich nicht entgehen. Die Kirgisen fangen 
ihn häufig mit dem Krätzer d. h. einem Werkzeug, welches einem doppelten Korkzieher ähnelt und an 
einer Stange befestigt wird. Mit diesem fahren sie in den Bau des Fuchses und bohren durch Drehen 
die beiden Spitzen fest in den Balg des armen Schelms und ziehen ihn dann gewaltsam hervor. Ein 
so eingekrätzerter Fuchs zittert, wenn er an das Tageslicht kommt, am ganzen Leibe und läßt Alles 
über sich ergehen, ohne auch nur einen Versuch zu machen, sich zu wehren! 
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D er Korsack (Vulpes Corsac). 
Die gedachten Stämme allein bringen jährlich 40 bis 50,000 Felle in den Handel, ohne die¬ 
jenigen, welche sie selbst verbrauchen. In Rußland trägt man den Korsack weniger, um so öfterer 
aber in China, wo er über Kiächta eingeführt wird. 
Ueber den gefangenen Korsack hat namentlich Hablitzel hübsche Beobachtungen gemacht. Un¬ 
geachtet aller Versuche ist es ihm niemals gelungen, einen Korsack zu zähmen, und selbst derjenige, 
welchen er ganz jung erhalten und beständig unter seiner Aufsicht hatte, gestattete seinem Herrn nie, 
ihn anzugreifen, ohne sich nach Kräften dagegen zu wehren. Nur seinem Wärter, der ihn fütterte, 
erlaubte er Dies. Sobald sich aber ein Anderer ihm näherte, empfing er denselben mit funkelnden 
Augen, zeigte ihm murrend die Zähne und biß um sich, soviel er nur konnte. Sah er ein, daß er
        

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