Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Erster Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Erste Hälfte: Affen und Halbaffen, Flatterthiere und Raubthiere.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29457/420/
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Die Raubthiere. Hunde. — Doggen. 
Die Griechen und Römer geben eine genaue Beschreibung von diesem Hunde und sprechen mit 
Bewunderung von seinen Leistungen gegen Auerochsen, wilde Eber und selbst Löwen. Neuere 
Nachrichten erhielt man in den letztvergangenen Jahrzehnten, und erst vor kurzem gelangte eines 
dieser Thiere lebend nach England, wahrscheinlich dasselbe, von welchem unsere schöne Abbildung 
zeugt. Man sieht aus der ganzen Gestalt, daß diese Dogge der Riese unter allen Hunden ist und 
sich gleichwohl dabei durch ebenso große Schönheit, seiner Gestalt wie seiner Farbe auszeichnet. Letztere 
ist zum größten Theil schwarz, die Schnauze und die Brauengegend ist gelblich, die Behaarung ist 
lang und rauh. 
In seiner Heimat gilt dieses prächtige Thier für ebenso brauchbar, als lenksam; man findet ihn 
deshalb in allen Gebirgsdörfern Tibets (denn in der Hauptstadt des Landes kommt er nicht vor) 
Die Dogge von Tibet. 
und zwar ebensowohl als Wächter des Hauses, wie der Herden. Es geschieht sehr oft, daß ein tibeta¬ 
nisches Dorf ganz allein der Wachsamkeit dieser Hunde überlassen wird, während die sämmtliche 
männliche Bevölkerung entweder draußen bei den Herden in den Feldern oder auf der Jagd sich befindet. 
Dann dienen die Hunde zum Schutze der Frauen und Kinder und gewähren beiden eine vollkommene 
Sicherheit. Neuere Berichterstatter behaupten, daß der Muth des Thieres nicht im Verhältniß mit 
seiner Kraft stände, Andere sagen, daß er als verständiges Thier blos wirklich furchtbare Feinde mit 
voller Kraft anfalle. Gegen Weiße soll er einen unauslöschlichen Haß bewahren und aus diesem 
Grunde auch noch wenig bei uns verbreitet sein. Doch dürfte diese Angabe wohl auf einem Irrthum 
beruhen, da es als ganz unzweifelhaft feststeht, daß ein jung aufgezogener Hund sich seinem Herrn 
regelmäßig treu anschließt und dann Nichts mehr von Haß gegen denselben weiß.
        

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