Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Erster Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Erste Hälfte: Affen und Halbaffen, Flatterthiere und Raubthiere.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29457/406/
346 
Die Raubthiere. Hunde. — Windhunde. 
wärts «Bogen. Nur an ihm findet sich Bei einzelnen Abarten oder Rassen eine dichtere und längere 
Behaarnnz. und zwar sind es regelmäßig die schnellsten Windhunde, welche einen dicker behaarten 
Schwanz tragen. Auf dem übrigen Körper ist die Behaarung dicht anliegend, fein und glatt; manche 
Rassen sind aber auch am Körper verhältnißmäßig langhaarig. Ein röthliches Gelb oder die be¬ 
kannte Rehfarbe ist die allgemeine Färbung dieses Haares, und gerade die vollendetsten Wmdhunde, 
nämlich die persischen und innerafrikanischen, tragen fast ausschließlich ein derartig gefärbtes Haar¬ 
kleid. Gefleckte Windspiele sind seltener; sie sind gleichsam unnatürliche Geschöpfe und regelmäßig 
schwächlicher als die einfarbigen. Die Körperlänge eines großen Windhundes beträgt zwei, ja 
selbst drei Fuß, die des Schwanzes 11/2 Fuß, die Höhe am Widerrist zwei Fuß drei Zoll, häufig 
noch darüber. 
Der Windhund (Canis grajus). 
Hinsichtlich des geistigen Wesens unterscheidet sich der Windhund sehr von allen übrigen Ver¬ 
wandten. Er ist ein in, höchsten Grade selbstsüchtiges Geschöpf. Aus diesem Grunde hangt er auch 
nicht mit besonderer Treue seinem Herrn an, sondern läßt sich von Jedermann schmeicheln und neigt 
sich zu Jedem hin. der ihm freundlich ist. Gegen Liebkosungen ist er empfänglich, wie kein anderer 
Hund, er ist aber auch ebenso leicht erzürnt und fletscht schon beider kleinsten Neckerei die Zahne. 
Eine große Eitelkeit und ein gewisser Stolz ist ihm nicht abzusprechen! Zurücksetzungen vertragt er 
nicht. Bei lebhaster Erregung nimmt sein Herzschlag eine kaum glaub -che Unregelmäßigkeit und 
Schnelligkeit an, er zittert dabei oft am ganzen Seite. Alle diese Eigenschaften machen die Windhunde 
nur bis zu einem gewissen Grade als Gesellschafter des Menschen tauglich^ Haben sie -inen Herrn, 
welcher ihnen beständig schmeichelt, so befinden sie sich wohl und zeigen auch eine gewisse Anhänglich¬ 
keit. Allein ihre Untreue wird augenblicklich kund, sobald ihnen ein anderer Mensch sich fteimdlicher
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.