Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Illustrirtes Thierleben: eine allgemeine Kunde des Thierreichs. Erster Band. Erste Abtheilung: Die Säugethiere. Erste Hälfte: Affen und Halbaffen, Flatterthiere und Raubthiere.
Person:
Brehm, Alfred Edmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29457/404/
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Die Raubthiere. Hunde. — Afrikanischer Hund. Windhunde. 
gegen Wasserscheu und heilt dieselbe, wenn es auf die Wunde gelegt wird, die ein toller Hund ver¬ 
ursachte. Die Galle mit Honig versetzt ist eine Augensalbe, hilft aber auch gegen Flechten, und wenn 
sie mit einer Feder, anstatt mit der Hand aufgestrichen wird, gegen die Fußgicht, thut auch zur Be¬ 
streichung von Häusern treffliche Dienste. Die Milch ist sehr gut, wenn sie getrunken wird; mit Salpeter 
versetzt hilft sie gegen den Aussatz; mit Asche vermischt erzeugt sie Haarwuchs oder befördert schwere 
Geburten. Der Harn von jungen Hunden ist, wenn er gereinigt worden, ein Mittel, überflüssigen 
Haarwuchs zu vertreiben. Mit den Zähnen reibt man kleinen Kindern die Kinnlade und erleichtert 
dadurch das Zahnen. Wirft man den linken Oberreißzahn ins Feuer, so vergehen die Zahnschmerzen, 
sobald der Rauch vergangen ist; wird der Zahn zu Pulver gerieben und mit Honig versetzt, so ist 
diese Mischung ein Mittel gegen dieselben Schmerzen. Der Koth giebt vortreffliche Pflaster* gegen 
Geschwüre; er kann sogar gegen die Bräune, die Ruhr benutzt werden — doch, wer wollte das Alles 
noch zusammenzählen! Bemerkenswerth ist es, daß noch heutigen Tages manche dieser Mittel in Ge¬ 
brauch sind, namentlich bei den Landleuten; schade dagegen, daß sich die Homöopathie bis jetzt dieser 
vortrefflichen Mittel noch nicht in wünschenswerther Vollständigkeit bediente. 
Der nackte oder afrikanische Hund (Canis africanus). 
©0 haben wir denn den Hund im Allgemeinen verfolgt, von feinem Ursprung bis zu seinem 
Ende, soweit wir Dies konnten, und es wird mm wohl an der Zeit sein, wenn wir uns mit ewigen 
der H-mptart-n dieses merkwürdigen Geschlechts beschäftigen. Hierbei muß ich NN voraus bemerken, 
daß wir an» dem zahllosen Heere der Formen - R-ich-nbach führt ihrer 195 (!) auf - blos die 
wichtigsten hervorheben können. Und auch Dies geschieht nur ausnahmsweise, gewissermaßen aus 
Dankbarkeit für di- riebe, welch- di- Hnnde uns beweisen. Bei allen übrigen Hausth.-ren werde ich 
kürzer sein können, als hier: — einfach deshalb, weil kein anderes Geschöpf m dem Grad- Hausthier 
geworden ist, wie der Hund. 
Ein bei uns sehr selten vorkommendes, säst harmloses Thier ist der nackte oder afrikanische 
Hund (Canis africanus), so genannt, weil er, wie man annimmt, ursprünglich dem innern von 
Asrika angehörte und von dort nach Nordafrika und über Guinea nach Man, a, China, auf die 
Antillen und Bahama-Jnseln, sowie über das Festland von Süd- und Mittel-mer, a v-rbre.tet 
wurde. Wegen seiner Merkmal-, di- durch den eilten seiner Namen schon ausgedruckt sind, ist er sehr 
leicht kenntlich. Der Leib ist etwas gestreckt, schmächtig, gegen dl- Welchen stark -mg-i°g-n, der 
Rücken stark gekrümmt, die Brust schmal, der Hals mittellang. aber dünn, der Kopf länglich und
        

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