Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über den Bau der Nasenschleimhaut, namentlich die Structur und Endigungsweise der Geruchsnerven bei dem Menschen und den Wirbelthieren
Person:
Schultze, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29433/64/
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Wasser- oder Essigsäurezusatz erst recht deutlich wird, und einem bald mehr fein¬ 
körnig bald mehr faserig erscheinenden Inhalte. Untersucht man ganz frische Prä¬ 
parate in humor aqueus, so zeigt sich der Inhalt der Stränge wenig körnig, ganz 
durchsichtig, ziemlich starklichtbrechend und sehr deutlich faserig (vergl. Taf. III. 
Fig. 14. vom Schaaf). Man überzeugt sich leicht, dass der Inhalt wirklich aus ein¬ 
zelnen Fasern besteht, welche eine Dicke von ca. 0,003 Millimeter haben, meist ge¬ 
streckt, oft aber ein wenig geschlängelt neben einander verlaufen, und die Scheide 
dicht erfüllen. Letztere kann schon an frischen Präparaten als etwas Selbstständiges 
da leicht ei'kännt werden, wo die Primitivfasern, wie wir die Inhalts-Fasern vorläufig 
nennen wollen, durch wellenförmigen Verlauf auf kurze Strecken von ihr abweichen. 
An solchen Stellen sieht man auch manchmal einen kleinen stäbchenförmigen Kern 
der inneren Oberfläche der Scheide anliegen, während andere Kerne in humor aqueus 
meist nicht sichtbar sind. An abgerissenen Enden dieser Olfactorius - Fäden, die wir 
nun als Faserbündel bezeichnen wollen, tritt der Inhalt als eine feinkörnige Substanz 
in’s Freie, an welcher eine Streifung meist nur noch undeutlich wahrzunehmen ist. 
Wasserzusatz macht die Bündel trüb und undurchsichtig, der Inhalt verliert sein fase¬ 
riges Ansehen und quillt stellenweise auf, so dass knotige Ausbuchtungen und da¬ 
zwischen Einschnürungen an den Bündeln auftreten. In Essigsäure werden dieselben 
durchsichtiger, die Streifung wird wieder deutlich, wenn auch die körnige Beschaffen¬ 
heit des Inhaltes zurückbleibt. Kerne treten jetzt in grosser Menge an den Bündeln 
auf, und zwar unterscheidet man meist zwei Formen, langgestreckt stäbchenförmige, 
sehr scharfcontourirte, oft wie geschrumpft aussehende, welche der inneren Oberfläche 
der Scheide dicht anliegen, und andere blässere, mehr eiförmige, welche in der 
Tiefe liegen und den Primitivfasern angehören. Zusatz von Natron causticum in sehr 
verdünnter Lösung macht den Inhalt der Scheide ganz glashell durchsichtig, bis auf 
einige scharfcontourirte Körnchen, welche gewöhnlich unverändert Zurückbleiben; 
die Kerne verschwinden ebenfalls, dagegen tritt die Streifung, der Breite der Pri¬ 
mitivfasern entsprechend, deutlich hervor. Es scheint danach, dass an der Ober¬ 
fläche der Pi'imitivfasern etwas zurückbleibt, was der lösenden Kraft des Natron cau¬ 
sticum Widerstand leistet. Dass dasselbe eine Scheide der Primitivfasern 
sei, wird durch Beobachtungen an erhärteten Präparaten sehr wahrscheinlich. In 
solchen, wenn sie in einer Concentration angewandt werden, wie sie zur Darstellung 
der Riechzellen und anderer sehr empfindlicher Elementartheile dienen, erhärten die 
Primitivfasern in den Bündeln, so dass ihre Isolirung an abgerissenen Enden leicht 
gelingt. Man sieht sie jetzt innerhalb der Bündel - Scheide als deutliche Einzelfasern
        

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