Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über den Bau der Nasenschleimhaut, namentlich die Structur und Endigungsweise der Geruchsnerven bei dem Menschen und den Wirbelthieren
Person:
Schultze, Max
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29433/48/
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Drüsen, die sich nicht bis in die bindegewebige Grundlage der Schleimhaut erstrecken, 
sondern nur im Epithel liegen, kugelige oder bimförmige Aushöhlungen der Epithe¬ 
lialdecke, die offenbar, da ihr Grund so gut von Zellen gebildet wird wie ihr Rand, 
secerniren können, zwischen welche hinein aber keine Fortsätze des Bindegewebes 
reichen. Es ist eine höchst eigenthümliche Art von Drüsen, welche als Epithelial¬ 
er y p ten von den gewöhnlichen Schleimdrüsen unterschieden werden müssen, hier 
aber offenbar der Schleimsecretion dienen, da die betreffenden Theile der Schleim¬ 
haut oft mit einer dicken Schicht zähen Schleimes überzogen gefunden werden, während 
andere, echte Schleimdrüsen hier nicht existiren. Dass das Wimperepithel, welches 
den Rand der Crypten, die Firsten des Maschennetzes bildet, sich auch in die Tiefe 
der Crypten, die oft einen ziemlich engen Eingang haben, fortsetze, konnte ich nicht 
ermitteln, scheint mir aber nicht wahrscheinlich. Vielmehr scheinen hier den Schleim¬ 
zellen der Fischhaut analoge, zum Aufquellen sehr geneigte Zellen mit hellem schlei¬ 
migem Inhalte den Grund der Crypten zu bilden und durch Ab- und Auflösung 
den Schleim darzustellen. Senkrechte Schnitte durch das Epithel eines erhärteten 
Präparates geben die beste Anschauung von dieser höchst eigenthümlichen und von 
mir nur in der Nasenschleimhaut der Vögel aufgefundenen Drüsenbildung. 
Wie beim Frosch ist die Beobachtung des Verlaufes der feineren Riechnerven¬ 
ästchen durch die Existenz der vielen Drüsen in der regio olfactoria sehr erschwert. 
Doch kann man schon an frischen Präparaten nach Anfertigung feiner Schnitte senk¬ 
recht auf die Oberfläche das Aufsteigen der feineren Zweige des Nerven zwischen 
den Drüsen bis unmittelbar unter das Epithel verfolgen. In Alkohol, Moleschottscher 
Essigsäuremischung oder Chromsäure erhärtete Präparate, letztere durch Kochen in 
Essigsäure durchsichtig gemacht, lassen den Verlauf der Nerven stellenweise oft recht 
vollständig übersehen, und ist es mir an solchen wiederholt geglückt, eine Berührung 
der das Bindegewebe verlassenden Nervenästchen, die sofort in feinste Primitivfasern 
zerfallen, und der centralen Epithelialzellenfortsätze, zwischen denen, wie andere Prä¬ 
parate lehrten, die Riechzellenfortsätze verlaufen, wahrzunehmen, in ganz ähnlicher 
Weise, wie bei den bisher betrachteten Thieren und bei den Säugethieren. Stärkere 
Erhärtung, wie sie zur Anfertigung feiner Schnitte nothwendig ist, macht aber unter 
allen Umständen die Riechzellenfortsätze, namentlich die centralen, so unkenntlich, 
dass eine erwünschte Klarheit in Betreff des Zusammenhanges von Nervenfasern und 
Riechzellen an solchen Präparaten nicht zu gewinnen ist.
        

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