Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein neuer Algesimeter nebst einer kritischen Darstellung der bisherigen algesimetrischen Methoden
Person:
Thunberg, Torsten
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29432/18/
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III. Thunberg 
gefunden werden, dass die oberflächlichsten Hautschichten einen 
höheren Schwellenwert als die tieferen sowie eventuell das Periost 
haben. Da die oberflächlicheren Hautschichten über prominierenden 
Knochenpartien leichter verschiebbar sind, so kann man sie gerade 
dort mittelst der Björnströmschen Kneifzange isoliert heben, und 
ihre höhere Schmerzschwelle bestimmt hier den erhaltenen Wert. 
Wenn man dagegen den Druck gegen einen dicht unter den Haut 
liegenden Knochen ausübt, bestimmen die tieferen Schichten und 
eventuell das Periost den Wert, weil sie empfindlicher und bei der 
Anlagerung an den unterliegenden Knochen dem festen Druckreiz sehr 
zugänglich sind. Bei Beurteilung der durch den Bj örnströmschen 
Apparat für die verschiedenen Körperteile enthaltenen Werte ist viel¬ 
leicht auch der Umstand von Bedeutung, dass die in den erhobenen 
Hautfalten liegenden Nerven nicht nur gedrückt, sondern auch gedehnt 
werden, was ja leicht geschieht, wenn die Haut mit unterliegenden 
Geweben fest verbunden ist. 
Auch bei Verwendung der übrigen Methoden dürften verschiedene 
Körpergewebe häufig die Resultate bestimmen können. Wenn die 
Reize nur sehr kleine Flächenausbreitung besitzen, so werden fast 
ausschliesslich die oberflächlichen Schichten gereizt; greifen sie dagegen 
mit grösseren Flächen an, so kann die Reizung auch die tieferen 
Schichten erreichen. 
Thermo algesi met rie. 
Theoretisch kann sowohl Wärme als auch Kälte als Temperatur¬ 
reiz verwendet werden. In der Tat sind auch diese beiden Reize zur 
Anwendung gekommen. Es ist indessen natürlich, dass Wärmereizung 
leichter angeordnet werden kann und auch wohl für praktische Be¬ 
dürfnisse die einzige anwendbare ist. Aber auch bei Anwendung von 
Wärme können mehrere verschiedene Methoden befolgt werden. Die 
einfachste Weise ist jedoch die, den Temperatnrgrad zu bestimmen, 
welchen ein die Haut berührender, gut wärmeleitender Gegenstand 
eben haben muss, um eine Schmerzempfindung hervorzurufen. 
Damit aber diese einfache Untersuchungsweise nicht irre leiten 
soll, muss die benutzte Anordnung gewisse Forderungen erfüllen, 
nämlich erstens, dass der Thermometer, an dem die Temperatur des 
Gegenstandes abgelesen wird, wirklich die Temperatur der Berührungs¬ 
fläche angibt, zweitens dass die Temperatur der Berührungsfläche 
während der Zeit, während welcher die Berührung dauert, sich kon¬ 
stant verhält. Diese Forderungen werden sehr einfach in der Weise 
erfüllt, dass man ein kleines, z. B. 25 ccm haltendes Gefäss anwendet, 
das mit dünnen Wänden aus einem gut wärmeleitenden Metall, z. B.
        

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