Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ein neuer Algesimeter nebst einer kritischen Darstellung der bisherigen algesimetrischen Methoden
Person:
Thunberg, Torsten
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29432/17/
Ein neuer Algesimeter etc. 
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lung des Druckes unter der Spitzenfläche würde in einer Kurve be¬ 
stehen, die zuerst steil und gradlinig, von dem Augenblicke an aber, 
da die Basalfläche die Membran berührt, nur langsam ansteigt. Je 
kleiner die Spitzenfläche im Verhältnis zu dem Teil der Basalfläche 
ist, der die Belastung tragen hilft, um so langsamer steigt nachher 
der Druck unter der Spitze. Je mehr die Spitze hervorgeschoben 
wird, um so grösseren Druck kann sie auf den darunterliegenden 
Membranenteil ausüben, ehe der Grenzwert erreicht wird, wo die schnelle 
Drucksteigerung aufhört, und dadurch, dass man eine Serie von ver¬ 
schiedenen Spitzenlängen anwendet und für jede die Belastung erhöht, 
bis die Basalfläche die Membran berührt, kann man recht gut den 
Druck abpassen, den die Spitze ausübt; und auch wenn man die Be¬ 
lastung nach diesem Augenblicke noch weiter erhöht, wird dies den 
Spitzendruck nur unwesentlich erhöhen. 
Die Elastizität der Membran muss natürlich auf den Druck, 
welchen eine bestimmte Spitze ausüben kann, einwirken. Je nach¬ 
giebiger die Membran ist, um so geringer ist der Druck, der mit einer 
und derselben Spitzenlänge erreicht werden kann, und wenn das Ver¬ 
mögen der Membran nachzugeben durch eine darunterliegende feste 
Lamelle begrenzt wird, wirkt dies in derselben Weise, als wenn die 
Membran selbst unnachgiebiger wäre. 
Das hier Gesagte lässt sich auf die Haut beziehen und auf die 
algesimetrischen Methoden, welche sich darauf gründen, dass eine 
Spitze ungleich weit über eine Basalfläche hervorgeschoben wird. 
Wenn die Spitze nicht die plane Fläche eines Zylinders, sondern z. B. 
mehr oder weniger konisch ist, wirkt dies nur in dem Sinne, dass der 
Druck auf den darunterliegenden Hautteil nicht einmal während der 
ersten Berührungsphase mit der Apparatbelastung proportional steigt, 
sondern langsamer, da ja ein vermehrter Druck schon während des 
ersten Teils der Berührung die Berührungsfläche etwas vermehrt. Aber 
auch in diesem Falle folgt der ersten, relativ schnellen Drucksteigerung 
eine spätere, bedeutend langsamere. 
Ein Vergleich der durch die beiden am meisten ausgearbeiteten 
Methoden, von Björnström bezw. von Moczutkowski gewonnenen 
Werte ergibt, dass die Ergebnisse beider einander häufig wider¬ 
sprechen. Während z. B. von Björnström eine Herabsetzung der 
Sensibilität gerade oberhalb aller dicht unter der Haut liegender und 
prominierender Knochenpartien bemerkt wurde, gibt Moczutkowski 
an, dass die Schmerzempfindlichkeit um so grösser gefunden wurde, 
je dünner die zwischen der Haut und den darunter liegenden Knochen 
befindliche Schicht war. 
Die Deutung dieses scheinbar paradoxen Befundes dürfte darin
        

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