Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Sinnesfunctionen der menschlichen Haut. Erste Abhandlung: Druckempfindung und Schmerz
Person:
Frey, Max von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29425/81/
79] Untersuchungen über die Sinnesfunctionen der menschlichen Haut. 247 
unmittelbar klau, dass ein und dasselbe Gewicht, je nach der Haut- 
flache die es belastet, verschieden schmerzhaft sein kann. Um ein 
Urtheil zu gewinnen, welche Maasseinheit für den gegebenen Zweck 
am besten geeignet ist, wurden zunächst nach Drücken geaichte 
Reizhaare benutzt und an einer Anzahl Zwischenhaarfelder des Ober¬ 
und Unterarms wiederholt folgender Versuch angestellt. 
1. Das durch Farblinien umgrenzte und zur leichteren Orien- 
tirung noch von einem Liniennetz durchzogene Feld wurde unter der 
Lupe mit Reizhaaren gleichen Drucks aber möglichst verschiedener 
Fläche abgesucht. Die Reizflächen schwankten zwischen 4000 und 
34000 fi2, entsprechend 36 bezw. 104 fi Halbmesser. Die Versuche 
ergaben übereinstimmend merklich gleiche Wirksamkeit dieser Reize. 
In vereinzelten Fällen konnten mit den dickeren Haaren gefundene 
Schmerzpunkte durch die dünnsten Haare nicht erregt werden. 
Man muss hierbei berücksichtigen, dass es mit den kleinen Reiz¬ 
flächen schwieriger ist, den empfindlichen Punkt genau zu treffen. 
2. Versuch am 1 I. October 1895. Ein Zwischenhaarfeld auf 
der Volarseite des Unterarms wird auf Schmerzpunkte durchsucht 
mit den Reizhaaren 
i“2 
mgr 
gr/mm2 
gr/mm 
f 
121.5 
46400 
2600 
56 
21.4 
9 
33 X 43 (38) 
4460 
250 
56 
6.6 
h 
33 X 58 (44) 
6010 
935 
156 
21.4 
f und g haben gleichen Druckwerth, f und h gleichen Spannungs¬ 
werth. Die Vergleichung ergiebt: Mit f lassen sich wenige, mit h 
viele Schmerzpunkte nachweisen. Punkte, welche durch f erregbar 
sind, sind es in der Regel auch durch g, es bedarf aber sehr sorg¬ 
fältigen Absuchens. Die Erregung durch g ist nicht merklich schwächer 
als durch /', dagegen ist h deutlich stärker reizend als /'. 
3. Versuch auf der Conjunctiva am 28. August 1895. Zu Grunde 
gelegt wurde die in fünffach vergrössertem Maassstab ausgeführte 
Karte eines Stückes Conjunctiva von der temporalen Fläche meines 
rechten Auges, in welche durch frühere Restimmungen die Lage der 
Schmerzpunkte (sowie der Kaltpunkte) eingetragen war. Es wurden 
innerhalb eines durch Gefässschlingen abgegrenzten Theiles der 
mappirten Fläche die bekannten Schmerzpunkte abwechselnd berührt 
durch die Reizhaare
        

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