Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Sinnesfunctionen der menschlichen Haut. Erste Abhandlung: Druckempfindung und Schmerz
Person:
Frey, Max von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29425/57/
55] Untersuchungen über die Sinnesfunctionen der menschlichen Haut. 223 
zu verfolgen. Er ist ferner dadurch festzustellen, dass das Haar in 
Bewegung geräth, wenn man die Oberfläche der Haut über dem 
Haarbalg mit einer Nadelspitze, Borste oder dergl. berührt. Reizung 
des Druckpunktes führt immer zu deutlicher Bewegung des Haares. 
Man kann indessen nicht sagen, dass die Zahl der Druckpunkte 
ganz genau zusammenfällt mit der Zahl der Haare. Erstens stehen 
die Haare häufig paarweise oder zu dritt und dann so eng beisammen, 
dass es nicht immer gelingt, die Existenz gesonderter Druckpunkte 
nachzuweisen. Ausserdem finden sich innerhalb der behaarten Flächen 
verstreute Druckpunkte, denen kein Haar entspricht. Ueber die Häufig¬ 
keit dieses Vorkommens an der oberen Extremität fehlen mir vor¬ 
läufig Zahlenbelege, doch ist sicher, dass die haarlosen Druckpunkte 
nur vereinzelt Vorkommen. Nähere Angaben wird demnächst Herr 
Dr. Braun machen, der bei Gelegenheit von Schwellenbestimmungen 
mit Hülfe von Reizhaaren dieser Frage Beachtung geschenkt hat. 
Auf der unteren Extremität habe ich ein 9.74 cm2 grosses Stück 
der Wade daraufhin durchsucht und drei haarlose Druckpunkte ge¬ 
funden. 
Diese Angaben lauten allerdings sehr verschieden von denen 
A. Goldsciieider’s, welcher in Tafel V seiner Abhandlung (11) den Raum 
zwischen den Haaren mit Druckpunkten dicht erfüllt zeichnet. Es 
beruht dies zweifellos auf einem Irrthum, hervorgerufen durch un¬ 
genügende Abstufung der Reizstärken. 
Ueber die Dichte der Druckpunkte an nicht behaarten Stellen 
folgen unten einige Angaben. 
Fünfter Abschnitt. 
Schwellenbestimmungen an Druckpunkten durch Reizhaare. 
Bei Discussion der Versuchsergebnisse mit der Schwellenwage 
zeigten sich die auffälligen Schwankungen in den Flächenschwellen 
benachbarter Hautstellen abhängig von der Topographie und den 
Einzelschwellen der Druckpunkte. Es entstand daher die Aufgabe, 
die Punktschwellen zu bestimmen. Einen ersten Versuch in dieser Rich¬ 
tung stellt die in meiner ersten Mittheilung zur Sinnesphysiologie der 
Haut auf S. I 88 enthaltene Tabelle dar, welche vor genauer Kenntniss 
der Beziehung der Druckpunkte zu den Haarbälgen entworfen wurde.
        

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