Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Sinnesfunctionen der menschlichen Haut. Erste Abhandlung: Druckempfindung und Schmerz
Person:
Frey, Max von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29425/45/
43] Untersuchuniien Cber die Sinnesfunctionen der menschlichen Haut. 211 
führen, so werden diese nicht mehr gehoben, während kleinere Ge¬ 
wichte von dem Haar überwunden werden. Das grösste Gewicht, 
welches von dem Haar noch gehoben wird, soll weiter¬ 
hin die Kraft des Haares genannt werden. 
Das Herausdrehen aus der Krümmungsebene kommt wahrschein¬ 
lich durch den nicht ganz regelmässigen, insbesondere oft leicht 
spiraligen Bau des Haares zu Stande. Elastische Stäbe oder Stränge 
von homogener oder parallelfaseriger Beschaffenheit, wie Kautschuk¬ 
fäden oder Fischbeinstäbe, lassen diese Erscheinung gar nicht oder 
nur in geringem Grade beobachten, deutlich aber gedrehte Gebilde 
wie steife Bindfäden, Darmsaiten, Spiralfedern. So ausgesprochen 
wie bei den Haaren habe ich sie allerdings nirgendwo gefunden 
und ich möchte darin eine Eigenthümlichkeit erblicken, welche nicht 
ohne praktischen Werth ist. Indem das Haar sich verdreht und ab¬ 
gleitet, kann es in vielen Fällen einer Ueberschreitung seiner Eiasti- 
citätsgrenze und einer Knickung aus dem Wege gehen. 
Dass der als maximale Kraft des Haares bezeichnete maximale 
Stauchungswiderstand sich mit einer für den vorliegenden Zweck 
genügenden Genauigkeit messen lässt, möge folgendes Beispiel zeigen: 
Haar 27 x 46/l, 3900 fi2. 
Kraftbestimmung auf der Wage am 30. October 1894: 
30 mgr werden sofort gehoben, 
31 „ ebenso, 
32 ,, ebenso, aber langsamer, 
33 ,, werden langsam gehoben, starke Biegung nöthig, 
34 „ ebenso, 
35 ,, werden zuweilen spurweise gehoben, 
36 „ werden nicht gehoben. 
Nachprüfung desselben Haares am 1. October 1895: 
35 mgr werden etwas gehoben, 
35.5 ,, kaum noch bewegt, 
36 ,, werden nicht gehoben. 
Der Werth hat für das gegebene Haar die Bedeutung einer Con- 
stanten, wenigstens ergeben, wie vorstehendes Beispiel zeigt, in 
beliebigen Intervallen vorgenommene Nachprüfungen in den Grenzen 
von wenigen Procenten schwankende Werthe, vorausgesetzt dass 
das Haar nicht geknickt oder sonstwie beschädigt worden ist. Ob
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.