Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Sinnesfunctionen der menschlichen Haut. Erste Abhandlung: Druckempfindung und Schmerz
Person:
Frey, Max von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29425/29/
27] Untersuchungen über die Sinnesfunctionen der menschlichen Haut. 195 
der Schwelle liegende Belastungen voraussetzt, die beiden Aufgaben 
also kaum gleichzeitig in Bearbeitung genommen werden können, 
die Enllastungsschwellen ausserdem, wie oben angedeulet, in recht 
verwickelter Weise von dem Reizverfahren abhängen, so ist auf ihre 
Untersuchung vorläufig verzichtet worden. 
Es ist ersichtlich, dass die Schnelligkeit, mit der die Belastung 
einer gewählten Hautstelle wächst, ausser von der Rotalionsgeschwin- 
digkeit des Uhrwerks auch von dem Widerstande abhängt, den die 
Uhrfeder für einen gegebenen Ausschlag der Schwellenwage ent¬ 
wickelt. Die Uhrfedern waren, wie mitgetheilt, so gewählt, dass 
die schwächste zu der stärksten sich verhielt wie 1:13. Die 
Rotationsgeschwindigkeiten, welche zur Verwendung kamen, lagen 
zwischen den Grenzen 4.2 und 37.5° pro Secunde, d. h. die minimale 
verhielt sich zur maximalen fast genau wie 1:9. Man erhielt daher 
die geringste Steilheit des Spannungsanstieges, nämlich den Werth 
0.14 gr/sec. durch Combination der schwächsten Feder mit der 
langsamsten Umdrehung; im entgegengesetzten Falle den höchsten 
Steilheitswerth von 16.3 gr/sec. Diese Werthe verhalten sich zu ein¬ 
ander wie 1 : 416. 
Die Auswerthung der Steilheiten geschah in der Weise, dass 
die Schwellenwage wie bei einer Schwellenbestimmung in Gang 
gesetzt wurde, der untere Hebel aber nicht auf der Haut, sondern 
auf einer Glasplatte aufruhte, während der obere Hebel durch einen 
Schreibstift verlängert die ihm vom Trommeluhrwerk ertheilten 
Drehungen auf dem berussten Papier eines zweiten Kymographions 
verzeichnete. Fig. 4 zeigt drei solcher Curven, welche der kleinsten, 
mittleren und grössten Rotationsgeschwindigkeit der Trommel ent¬ 
sprechen und die Steilheiten angeben, mit welchen die Schwellen¬ 
wage den Ausschlag von 7 Grad oder die Spannung von 0.56 g 
(Uhrfeder 12.5°/g) in den fleei Fällen erreicht. Jede Stimmgabel¬ 
schwingung entspricht 0.018 Secunde. Man sieht, dass bei dem 
langsamsten Gang die Trommel etwas zurückgehalten wird und erst 
nach 0.8 Sec. (oder einem Ausschlag von 2.9°) mit conslanter Ge¬ 
schwindigkeit weiter geht. Anderseits vollführt die Schwellenwage 
bei der grössten Geschwindigkeit kleine Eigenschwingungen, welche 
den anfänglichen Anstieg nicht streng geradlinig machen und eine 
kleine Ueberschreitung der endlichen Gleichgewichtslage um nicht
        

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