Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1844 und 1845
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29423/79/
für physiologische Botanik. 
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Falle ist sie gewöhnlich dreiwirtlig, der erste Wirtel stellt 
Kelchblätter, der zweite Staubgefässe, der dritte Pistille dar. 
Diese Blüten sind die einzigen wahren apetalischen, indem es 
andere apetalische Blüten giebt, die sich durch die Zahl und 
Stellung der Staubgefässe aber leicht unterscheiden, wohin 
die Thymelaeen, Polygoneen u. a. gehören. Die Blüten der 
Monocotyledonen unterscheiden sich von den zweispiraligen 
dikotyledonischen bloss durch die dreigliedrigen Wirbel, und 
haben also eben sowohl als diese einen Kelch und eine 
Blumenkrone aufzuweisen, man schreibe ihnen also fälschlich 
ein Perigonium zu. Hierbei will ich nur die Bemerkung 
machen, dass dieser Ausdruck von Ehrhart herrührt und Kelch 
und Blume (corolla) zugleich bedeutet. Das Wort ist sehr 
gut gebildet. P. externum ist Kelch, P. internum ist Blume 
(corolla). Man kann also den Ausdruck bequem gebrauchen, 
wo eine Mittelform vorhanden ist, wie bei sehr vielen Mono¬ 
kotylen, besonders aber bei den Thymelaeen, den Polygoneen 
der Phytolacca u. a., denn der wahre Kelch eines Chenopo- 
dium ist dem Baue nach sehr verschieden von dem Kelch 
oder Blume einer Daphne. 
Su^i un proposto problem a di Filotassi, dis- 
quis. di Anton. Prestand rea. Messina 1 843. Ein II. 
Argentano hatte in einer Zeitschrift (Interprète Ann. 4. Nr. 7) 
ein Problem aus der Lehre von der Blattstellung zur Auflö¬ 
sung aufgegeben, und es ist erfreulich zu sehen, dass diese 
deutsche Lehre bis Sicilien vorgedrungen ist, welches aller¬ 
dings nicht würde der Fall gewesen sein, wenn nicht in den 
Annal, d. Scienc. natur. der vortreffliche Bericht darüber von 
Martins und Bravais erschienen wäre. Das Problem ist: An 
einer Pflanze mit spiraler Blattstellung winde sich die Spirale 
13mal um den Stamm, und der Divergenzwinkel betrage 
137|y Grad, man suche die Zahl der Blätter oder blattartigen 
Theile, welche den Cyclus bilden. Die Auflösung ist &ehr 
leicht. Nennt man den Divergenzwinkel d, die Zahl der Win¬ 
dungen a, die Zahl der blattartigen Theile im Cyclus ?n, so 
ist nach Schimper d = wo man eine der drei Grössen 
360°13 
als gesucht x nennen kann. Auch wird hier 137-+-~ÿ=— 
gesetzt, woraus (137 x =360°. 13 und x = 34 folgt.
        

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