Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1844 und 1845
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29423/78/
74 H. F. Link: Jahresbericht über die Arbeiten 
des Markes durch den Holzkörper nach der Oberfläche des 
Stengels. Die Stelle, wo dies erfolgt, wird durch die Anord¬ 
nung der Holzbündel bedingt, so sind die einjährigen Triebe 
der Eiche fünfeckig und die Blätter stehen auch in fünf Blatt¬ 
zeilen. Versucht man die Blätter auf dem kürzesten Wege 
durch eine Linie zu verbinden, so kann dies nur in spiraliger 
Richtung geschehen und zwar von der Linken zur Rechten, 
auch muss die Spirallinie, um das zunächst stehende Blatt zu 
erreichen, eine Holzkante überspringen, um zu einem Blatte 
zu gelangen, welches derselben Reihe angehört. Nicht immer 
sind fünf Kanten vorhanden, doch lassen sich immer bei die¬ 
ser Blattstellung fünf Holzabtheilungen annehmen. Der Verf. 
bringt nun die zweizeilige Blattstellung an den Zweigen von 
Castanea vesca auf die fünfzeilige, indem er sagt, dass wenn 
man mit der hintern ungepaarten Blattzeile anfängt, die vierte 
und dritte ausgebildet, die erste, zweite und fünfte aber zu¬ 
rückgeblieben sind. Auf eine ähnliche Weise bringt er die 
dreizeilige Blattstellung von Ainus glutinosa auf die fünfzei¬ 
lige. Von den wechselnden (zerstreuten, sagt der Verf., wel¬ 
ches aber der Gegensatz von büschelicht ist) Blättern 
kommt der Verf. zu den entgegengesetzten Blättern, welche 
er nun wie jene betrachtet, als nicht in gleicher Höhe, in 
einem senkrecht auf die Axe gemachten Querschnitte stehend, 
sondern nur genähert wechselnd. Eben so verfährt derselbe 
mit den wirtelförmigen oder quirlständigen Blättern. Dieser 
schätzbare Beitrag zur Lehre von der Blattstellung verdient 
alle Aufmerksamkeit, und es ist gewiss von Wichtigkeit, bei 
der Blattstellung auf die Kanten des Stammes Rücksicht zu 
nehmen. 
Hiermit ist zu verbinden: Ueber die Stellung der 
Bl ü tenth eile v. K. S. Kunth in d. Berichten d. Akad. 
d. Wiss. z. Berlin. Febr. 1844. Sämmtliche Elemente 
einer vollständigen Blüte, sagt der Verf., bilden mehrere de- 
primirte, gleichgliedrige Wirbel (Wirtel), und lassen sich ent¬ 
weder durch eine einzige, oder durch zwei parallel laufende 
Spirallinien verbinden. Hiernach müssen ein- oder zweispiralige 
Blüten unterschieden werden. Die Organspiralen der dikotyledo- 
nischen Blüte bestehen typisch aus fünfgliedrigen zvveispiraligen 
Wirteln. Doch kommen auch einspiralige Blüten vor, in diesem
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.