Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1844 und 1845
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29423/46/
42 
H. F. Link: Jahresbericht über die Arbeiten 
Die verschiedenen Angaben hierüber veranlassten den Verf. 
einige Untersuchungen über denselben anzustellen. Er 
bediente sich dabei der Methode, den zu untersuchenden 
Abschnitt der Blätter mit Jodtinktur zu färben, mit Wasser 
auszuwaschen und alsdann der Einwirkung der Schwefelsäure 
auszusetzen. Durch die letzte wird nicht bloss die gelbe 
Färbung der durch Jod gefärbten Cuticula erhöht, sondern es 
wird besonders der Vortheil erreicht, sagt der Verf., dass die 
Epidermiszellen der meisten Pflanzen je nach der Stärke der 
angewendeten Säure unter Blaufärbung aufgelockert oder völ¬ 
lig aufgelöst werden, weshalb die Cuticula auf eine sehr leichte 
Weise von denselben unterschieden und getrennt werden kann. 
Als allgemeines Resultat ging aus diesen Untersuchungen her¬ 
vor, dass, wie Pay en angegeben hatte, eine unmittelbare Fort¬ 
setzung der Cuticula in die Spaltöffnungen eindringt, und sich 
in Form einer von beiden Seiten sehr stark zusammengedrück¬ 
ten Röhre zwischen den Porenzellen zur Athemhöhle hinab¬ 
zieht. Dass diese Röhre weder beim Eingänge in die Spalt¬ 
öffnung noch weiter unten zwischen den Porenzellen geschlos¬ 
sen ist, darüber kann bei sorgsamer Untersuchung nach des 
Verfassers Meinung kein Zweifel Statt finden. An der innern 
Mündung der Spaltöffnung angekommen, breitet sich diese 
Röhre in eine kleinere oder grössere trichterförmige Erwei¬ 
terung aus, welche die untere Seite der Epidermis, so weit 
sie die Athemhöhle von aussen abschliesst, bekleidet. In Be¬ 
ziehung auf diese trichterförmige Erweiterung kommen bei 
verschiedenen Pflanzen Verschiedenheiten vor, welche der 
Verf. angiebt. Es überzieht nämlich die Cuticula nur die 
Wandungen der Athemhöhle, ohne in die Intercellulargänge 
zu dringen, oder sie dringt in einige oder auch in alle solche 
Gänge, welche mit der Athemhöhle in Verbindung stehen. Zu¬ 
letzt sagt der Verf. etwas darüber, ob die Cuticula eine eigene 
von der Epidermis verschiedene Haut sei. Er glaubt dieses 
nicht, sondern ist der Meinung, dass ihre Eigentlnimlichkeit 
von einer Umwandlung der Substanz der äussern Schichten 
der Epidermiszellen selbst herrühre. — Darf ich es mir er¬ 
lauben, einmal leicht, wie der Verf. von mir sagt, (wenn auch 
nicht graziös) darüber hinzugehen, so würde ich sagen, es 
komme nicht darauf an, wie die Cuticula entstehe, sondern
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.