Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1844 und 1845
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29423/41/
für physiologische Botanik. 
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selbst und nicht in dem Knoten die Bildung neuer Elemen¬ 
tartheile vor sich geht. „Betrachten wir ein Zellgewebe, sagt 
er ferner, in welchem Neubildungen vor sich gehen, etwas 
genauer, so werden wir es sehr auffallend finden, dass nicht 
sämmtliche Zellen gleich starke (dicke) Wände besitzen, son¬ 
dern dass im Gegentheil einige derselben zarter gebaut sind, 
andere hingegen selbst kaum bemerkbar werden. Hieraus 
lässt sich mit vieler Wahrscheinlichkeit schliessen, dass diese 
letztem späterer Entstehung sind, und ich zweifle kaum, dass 
irgend ein Beobachter sowohl die Thatsache als den Schluss 
in Abrede stellen wird.5’ Es war nun die Frage, ob die 
Scheidewand einfach oder doppelt sei. Der Verf. wählte zu 
dieser Untersuchung junge sich eben erst entwickelnde Haare 
der neu entstandenen Blätter von Syringa vulgaris. Er suchte 
durch Einwirkung chemischer Substanzen eine Verdichtung 
und Zusammenziehung des feinkörnigen Inhalts hervorzurufen, 
um die Wände besser untersuchen zu können. Verdünnte 
Mineralsäure leistete etwas, am besten wirkte aber Behand¬ 
lung zuerst mit Aetzkali, dann mit Jod.* Hierbei blieben aber 
jene Scheidewände immer einfach. Der Verfasser meint also, 
dass dieses der Anfang einer Theilung in mehr Zellen sei, 
und nennt daher diese Zellenvermehrung die merismatische, 
doch eilt er über diesen Gegenstand zu rasch hinweg. Da 
Unger sich gegen Schleiden’s Theorie von der Zellenbildung 
geäussert hatte, so erhält der Entdecker der Spermatozoen 
(oder wie man sie nennen will) in den Antheren der Moose 
und der Fiiuimerbewegung der Sporen der Algen u. s. w. in 
den Grundzügen der Wiss. Bot. S. 210 folgende Weisung: 
„Quer- und Längsschnitte und ein Blick durchs Mikroskop, 
und wäre es auch noch so gut, genügen heut zu Tage wahr¬ 
lich nicht mehr bei phytotomischen Untersuchungen.” 
In der Zeitschrift für wissenschaftliche Botanik, v. Schlei¬ 
den und Nägeli (Zürich 1844) findet sich im ersten Heft eine 
Abhandlung von Nägeli über Zellenkerne, Zellen¬ 
bild u n g und Zell en wach sthum, worin von den Phane- 
rogamen Schleiden’s Lehre vorgetragen wird. Im zweiten 
Heft (das. 1845) ist ein Aufsatz überschrieben: Begriff der 
Zelle. Nachdem der Verfasser einige Bemerkungen gegen 
Schleiden’s Definition gemacht hat, sagt er: „Der Begriff der
        

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