Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1842 und 1843
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29422/99/
für physiologische Botanik. 
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Etudes sur l’anatomie du raisin et la colora¬ 
tion des vins par Ch. Morren, Bullet, de l’Acad. 
roy. d. scienc. d. Bruxell. T. 9. P. 2. p. 511. Der Verf. 
untersuchte die Traube, welche man um Lüttich vorzüglich 
bauet, und Morillon noir nennt, doch hat er auch Rücksicht 
auf die Trauben aus Italien und Portugal genommen. Das 
Epikarpium oder die äussere Haut der Beere besteht aus 
zwei Schichten, die äussere ist aus prismatischen oder octaë- 
drischen ungefärbten Zellen zusammengesetzt, ohne Kugeln 
oder Kerne (cytoblastes), in den italienischen, spanischen und 
portugiesischen Trauben besonders dick; die innere Schicht 
aus ähnlichen Zellen von rother Farbe, welche einen kleinen, 
weisslichen Kern enthalten, umgeben von einem rothen Saft, 
worin kleine Kügelchen sich befinden. Das Sarkokarpium 
oder das Fleisch der Beere ist roth, da wo es an das Epi¬ 
karpium gränzt, sonst aber ungefärbt. Die Zellen sind eiför¬ 
mig oder zuweilen prismatisch. Es ist von Gefässen durch¬ 
zogen, welche zwei Systeme ausmachen, ein centrales und ein 
peripherisches, welches unter der äussern Haut ein zierliches 
Geflecht bildet. Die Zellen des Sarkokarpium gehen stralen- 
weise vom Centrum nach der Peripherie. Der merkwürdigste 
Theil des Sarkokarpium ist der, welcher sich von dem Ge- 
fässnetz zum Epikarpium erstreckt, und zu äusserst rothe, 
dann grüne und endlich weisse Zellen enthält, mit kleinern 
Kügelchen und einem Kern oder Chlorophyll erfüllt. Aber 
ausserdem findet man unter dem Epikarpium eine grosse 
Anzahl von dunkelrothen, platten, scheibenförmigen Körpern, 
die der Verf. coreses nennt, von dem griechischen MQrj, pu- 
pilla. Genaue Untersuchungen zeigten, dass sie ausserhalb 
der Zellen, und nicht in ihnen lagen. Befreiet man sie von 
den Zellen, so sieht man leicht, dass sie aus runden Körnern 
wie Chlorophyll bestehen, mit kleinen Körnern in ihrem 
Innern, und dass sie rothe, violette oder bläuliche Flüssigkeit 
absondern', welche sie wie eine Wolke umgiebt. —- Eine 
solche regelmässige Absonderung zwischen den Zellen ist 
noch nicht wahrgenommen worden. Sollten aber diese Kör¬ 
ner nicht in einer dichten Haut umschlossen sein, wie die 
Raphiden ? 
Ueber die anatomische Structur einiger Magno- 
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