Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1842 und 1843
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29422/78/
76 H. F. Link. Jahresbericht über die Arbeiten 
hat. Ich mache hierbei auf des Letztem vortreffliche Unter¬ 
suchung von Rhigozum dichotomum Burchell in den Denk¬ 
schriften der K. Bayerischen Botanischen Gesellschaft zu Re¬ 
gensburg B. 3. S. 205 aufmerksam, wo man das Geschicht¬ 
liche über diese Meinung finden wird. Doch scheint mir eine 
andere Theorie, von der sogleich die Rede sein wird, noch 
vorzuziehen. 
Ueber einige bisher unbemerkte Sonderbarkei¬ 
ten in der Structur der Kapseln der Papave raceae 
und über die Natur des Stigma der Cruciferae. 
Von J. W. Howell, Annals of Nat. Hist. Vol. 10. p. 248. 
Die Sonderbarkeit besteht darin, dass in Papaver die Stralen 
des Stigma den Scheidewänden entgegengesetzt sind, indem 
sie in den Nymphaeaceae nach der allgemeinen Regel damit 
wechseln. Auf die Erinnerung, dass Kunth in seiner genauen 
Beschreibung von Papaver in der Flora berolinensis schon 
darauf geachtet habe, erwiedert der Verf. in Annals of Nat. 
Hist. V. 11. p. 42 er habe seine Bemerkung bereits 1832 
gemacht, da hingegen Kunths Flora erst 1838 erschien. Aber 
es kommt darauf an, wer die Bemerkung zuerst öffentlich 
bekannt macht; man kann oft selbst nicht für Gedächt- 
nissfehler in dieser Rücksicht stehen. Die anomale Bildung 
bei den Papaveraceae erklärt er oder führt zur Regel zurück, 
auf folgende Weise: Jeder Stigmastral ist doppelt, gebildet 
von den aneinanderliegenden Seitentheilen der Stigmate zweier 
sich berührenden Karpellen; die beiden Stigmatheile jeder 
Karpelle bei den mehr zusammengesetzten (complex) Kapseln 
der hohem Arten sind durch eine dazwischen tretende (inter¬ 
vening) Membran gesondert, z. B. Argemone, Papaver. Da 
sich eine ähnliche Anomalie bei den Cruciferen, wie bei den 
Papaveraceen findet, so erklärt er diese durch folgende An¬ 
nahme: Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Schote der Cru¬ 
ciferen aus zwei Karpellen zusammengesetzt ist, deren ein¬ 
wärts gebogene Ränder zwei aus einer-doppelten Platte be¬ 
stehende Seitenplacenten bilden; die scheinbar anomale Stel¬ 
lung der Stigmate entsteht dadurch, dass sie aus zwei Seiten¬ 
hälften gebildet werden, wovon jede der entsprechenden dar¬ 
unter stehenden Karpelle gehört. — Es ist höchst wahrschein¬ 
lich, dass die Samen, wie alle andern Theile aus dem Axen-
        

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