Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1842 und 1843
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29422/70/
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H. F. Link: Jahresbericht über die Arbeiten 
Streifen papillenartig hervortretender Aussenzellen vom obern 
Vereinigungspunkte der Fruchtblätter bis nahe zur Basis des 
Fruchtknotens geradlinig herab. Untersucht man die Blüte 
dieser Pflanze kurz nach erfolgter Bestäubung, so sieht man 
den Kämmen eine Menge Blutenstaub angeheftet, der sich zum 
Theil seines Inhaltes ohne Schlauchbildung entleert hat, und 
in nicht seltenen Fällen mit einem feinen Schlauche die Ober¬ 
haut durchdringt, so dass eine perigyne Empfängniss bei die¬ 
ser Pflanze kaum in Zweifel zu ziehen ist. Im vierten Ab¬ 
schnitte ist von der hypogynen Empfängniss die Rede. Der 
Strahlenkranz der Passifloren scheint den Zweck zu haben, 
die Befruchtung zu vermitteln. Er ist mit Papillen bedeckt, 
wie die Narbe, die Staubbeutel öffnen sich gegen ihn, wie es 
gegen die empfangenden Organe zu geschehen pflegt. Zuletzt 
bemerkt der Verf., dass nicht immer Pollenschläuche sind, 
welche als solche erscheinen, selbst wenn sie aus dem Eie 
hervorhängen, wie in den Cruciferen, wo sie Verlängerungen 
der leitenden Fasern sind und in den Cupuliferen, wo sie dem 
Eie angehören. Jene sind vor der Bestäubung vorhanden, 
auch sind sie gegliedert, und die Mittelkammer ist mit einem 
hellen Saft angefüllt, worin grüne Körner liegen; diese ent¬ 
stehen oft lange nach der Bestäubung, wie dieses an Quercns 
rubra der Fall ist. 
In den Beiträgen zur Entwick elungsge schichte 
der Pflanzen s. oben S. 16 hat der Verf. sich gegen die 
Angriffe vertheidigt, welche Schleiden in seinen Grundzügen 
einer wissenschaftlichen Botanik gegen das eben ausgezogene 
Werk gemacht hatte. Die Verteidigung des Verf. hat 
Schleiden bereits in einer kleinen Schrift beantwortet: Die 
neueren Einwürfe gegen meine Lehre von der Be¬ 
fruchtung als Antwort auf Dr. Th. Hartigs Beiträge 
zur Entwickelungsgeschichte der Pflanzen. Leip¬ 
zig 1844. Aus solchen Streitigkeiten, besonders wenn sie 
mit einiger Heftigkeit geführt werden, kommt für die Wissen¬ 
schaft nichts Erspriessliches heraus. Herr Hartig irrt, wenn 
er glaubt, er müsse sich, als ein jüngerer Schriftsteller, durch 
Kampf Anerkennung verschaffen. Da er mich dabei anführt, 
so mag ich die Erlaubnis haben zu sagen, dass ich als ein 
noch gar nicht alter Mann üben meine Grundlehre der Ana-
        

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