Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1842 und 1843
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29422/51/
für physiologische Botanik. 
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den, doch sind wenig mathematische Untersuchungen, deren 
dieser Gegenstand wohl fähig ist, darüber erschienen. Jetzt 
hat ein um die Lehre der mathematischen Krystallographie 
sehr verdienter Naturforscher, Herr Naumann, eine Abhand¬ 
lung geliefert: Ueber den Quincunx als Grundgesetz 
der Blattstellung im Pflanzenreiche, in Poggen- 
dorf. Annal, d. Physik u. Chemie. 2 Reihe B. 26. (1842) 
S. 1. Den Verf. machte zuerst die regelmässige Anordnung 
der Schilder an den fossilen Pflanzen, den Arten von Lepi- 
dodendron und Sigillaria auf diesen Gegenstand aufmerksam. 
Er gesteht kein Botaniker zu sein, auch kennt er nur, was 
Karl Schimper und Alex. Braun über diesen Gegenstand ge¬ 
leistet haben, er liefert also nur allgemeine Betrachtungen, 
die aber doch wichtig sind. Denn die Natur arbeitet zwar 
im organischen Körper nicht genau nach Zirkel und Winkel- 
maass, wohl aber liegt ihren Bildungen immer eine Geometrie 
zum Grunde. Uebrigens lässt sich von einer solchen Abhand¬ 
lung, wo eines aus dem andern genau und buchstäblich folgt, 
kein Auszug geben, sondern es sind nur die Hauptandeutun¬ 
gen mitzutheilen. Eine quincunciale Anordnung, sagt der 
Verf., findet allemal da Statt, wo parallele (oder auch radiale, 
unter gleichen Winkeln geneigte) Reihen (Zeilen) von aequi- 
distanten Punkten in der Weise gegeben sind, dass die Punkte 
einer jeden einzelnen Reihe gegen die Punkte der Nebenrei¬ 
hen um einen bestimmten Theil der Punktdistanz verscho¬ 
ben sind. Setzt man die Distanz der Punkte innerhalb einer 
jeden Reihe == a, den Abstand oder das Intervall der einzel¬ 
nen parallelen Reihen =b, und ist — ein Bruch, dessen 
m 
Zähler höchstens halb so gross werden kann, als der Nenner, 
so ist der Quincunx dadurch gegeben, dass alle Punkte der 
zweiten Reihe gegen die der ersten Reihe um — a verscho¬ 
ne 
ben sind. Der Verf. handelt zuerst von dem parallel reihigen 
Quincunx. Diese ganze Anordnung wird in m Zeilen einen 
Cyclus vollendet haben, und sonach ist der Nenner des Bru¬ 
ches — als die eigentliche cyklische Zahl des Quincunx zu 
betrachten. Um die schrägen Linien, welche Schimper Wendel 
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