Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1842 und 1843
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29422/127/
für physiologische Botanik. 
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sie zu zwei. Zuweilen stecken diese Mycodermen ganz in 
der Scheide, die das Haar umgiebt, und sind mit einer dicken 
Schicht von Sporen bedeckt, meistens durchbohren sie diese 
Scheide gegen die Basis des Haares. Einige sind völlig aus¬ 
serhalb der Scheide, und diese vereinigen sich zu einem dich¬ 
ten Netz. — Aus dieser verständlichen Beschreibung geht 
hervor, dass der Pilz sehr nahe der Gattung Botrytis steht, 
vielleicht dazu gehört. Auch sind vermuthlich die von Gruby 
beschriebenen Pilze diesem ähnlich, so viel sich aus der ver¬ 
wirrten Beschreibung entziffern lässt. Zu derselben Gattung 
würde auch noch Botrytis Bassiana oder die Muscardine 
gehören. 
Ein wichtiger Aufsatz über die Entwickelung einer 
Vegetabilie in eiweisshaltigen Flüssigkeiten von 
Andral und Gavarret befindet sich in den Compt. rend. 
18 43. 1. 266. Wenn man Blutserum mit sehr verdünnter 
Schwefelsäure behandelt, so dass es etwas sauer reagirt, und 
dann mit noch einmal so viel Wasser verdünnt, wird die 
Flüssigkeit trübe und lässt einen Bodensatz fallen, der aus 
Eiweiss besteht, klärt sich aber dann wiederum auf. Wenn 
man nun nach 12 Stunden ungefähr die Flüssigkeit mikro¬ 
skopisch untersucht, so findet man sphärisch-ovale, elliptische 
völlig von einander gesonderte Bläschen, durchsichtig, oder 
mit einer amorphen Materie (semis) oder auch mit Kügelchen 
im Innern. Nur an der Oberfläche, wo die Flüssigkeit mit 
der Luft in Berührung ist, erscheinen diese Bläschen. Bald 
nachher sieht man auf den Bläschen Keime, die in Stämme 
auswachsen, welche sich verästeln, und auch in ihrem Innern 
eine amorphe Materie oder Kügelchen zeigen. Aber es ent¬ 
steht noch ein anderes verschiedenes Gebilde. Die Bläschen 
reihen sich an einander, verlängern sich und bilden hohle 
Stämme, die im Anfänge noch äusserlich Absätze zeigen, 
nachher aber nur eine Röhre mit Querwänden. Bringt man 
das, wie gesagt behandelte Serum in eine Atmosphäre von 
Kohlensäure oder Wasserstoffgas, so entstehen keine solche 
Vegetationen. Nicht allein Schwefelsäure, sondern auch Es¬ 
sigsäure bringt dieselbe Wirkung hervor. Eiweiss auf eine 
ähnliche Weise behandelt, liefert Vegetation derselben Art, 
ferner thaten dieses folgende pathologische Flüssigkeiten:
        

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