Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik in den Jahren 1842 und 1843
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29422/109/
für physiologische Botanik. 
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Campanularia dichotoma zu zeigen scheint, so bleibt es doch 
immer sehr merkwürdig, dass ein solches Junge in seinem 
ersten Zustande von einem Orte zum andern sich bewegen 
kann, indem das erwachsene Thier festgewachsen ist. Auch 
an den Keimkörnern einiger Algen hat man solche Bewegun¬ 
gen beobachtet, die zu manchen Hypothesen Veranlassung ge¬ 
geben haben, ln der Pflanze steigert sich das Leben zurZeit der 
Befruchtung, und so könnte man wohl erwarten, dass gerade 
im Uebergange von dem Thiere zur Pflanze die höchste Stei¬ 
gerung im Samen und im Eie Statt finde.“ An einem andern 
Orte ist gesagt, dass schon im Blatte eine mehr thierische 
Entwickelung Statt findet, als im Stamme; das Blatt entwickelt 
sich wie ein thierischer Theil, indem es vom Anfänge an in 
seinem Umrisse erscheint, der Stamm nicht. Zuletzt fragt der 
Verf. nach dem Zweck und sagt: „Die Pflanze kann thier- 
erzeugend auftreten, das ist sicher, und wenn sie diess kann, 
was hindert mich zu sagen, dass sie dieses Werk nicht öfter 
that und öfter thut; was hindert mich zu vermuthen, dass 
endlich das ganze Thierreich und selbst der Mensch eine 
Ausgeburt der Pflanzenwelt sei?“ Aber die Pflanze konnte 
dem Samen nur eine vorübergehende Thierheit geben und 
keine dauernde. Alles geht in der Natur in stufenweiser Ent¬ 
wickelung weiter und diese Art der Entwickelung hat den 
Zweck, die Mannichfaltigkeit hervorzubringen, die zuletzt zum 
Selbstbewusstsein führt, dem höchsten Streben der Natur. 
So habe ich meinen Glauben in den Propyläen der Naturge¬ 
schichte dargestellt. 
Recherches sur les organes locomoteurs des 
spores des Algues par M. Gustave Thuret* Annal, 
des scienc. naturell. 2 Sér. T. 19. p. 266. Diese Ab¬ 
handlung schïiesst sich an die Schrift von Unger an, und 
nimmt darauf Rücksicht. Zuerst Beobachtungen über die 
Sporen von Conferva glomerata und rivularis. Sie sind sich 
einander völlig gleich in diesen beiden Arten; ihre Gestalt 
ist kräuselförmig, das verdünnte ungefärbte Ende, der Schna¬ 
bel, hat zwei fadenförmige tentacula, welche länger sind als 
die Spore, wodurch sie sich bewegt. Bei dieser Bewegung 
ist der Schnabel nach vorn gekehrt und die Spore dreht sich 
im Wasser mit einer Art von zitternden Bewegungen, Von
        

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