Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik im Jahre 1841
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29421/9/
(95) 7 
Schichtendecken und den das Ganze einschliessenden Zellen 
(dem Rindenmark) ein natürlich untrennbares Ganze aus, wo¬ 
durch die eigentliche Rinde (Gefässrinde) gebildet wird. Die 
Lebenssaftgefasse bieten, sagt der Verf., im Ganzen betrach¬ 
tet, weniger in ihren äussern Formen, als in der Entwicke¬ 
lung und den lebendigen Eigenschaften, bildende Typen dar, 
wodurch sie sich von den Spiralgefässen sehr unterscheiden. 
Ihr wesentlicher Charakter liegt in dem Contractions- und 
Expansionsvermögen, das den Centralpunkt bildet, um den 
sich alle Formenentwickelung bei ihnen dreht. Der Haupt¬ 
charakter dieser Gefasse liegt daher nicht allein in Merkmalen 
an den Formen, wie bei den Spiralgefässen, sondern in der 
Entwickelungsgeschichte ihrer Thätigkeiten und sind weniger 
anatomisch als physiologisch zu beschreiben. Der Verf. zeigt 
nun, wie und an welchen Theilen man die Bewegung der 
Säfte am besten beobachten könne, und wie sie sich m den 
verschiedenen Theilen verhalte. Auf ähnliche Art, wie man 
oben die aufsteigenden Ströme in absteigende übergehen sieht, 
gehen nun unten wieder die absteigenden in aufsteigende zu¬ 
rück, so dass hier ebenfalls die Ströme entweder ganz in 
einander umkehren oder sich theilen. Auf diese Art entsteht 
nun ein Netz von Kreisbewegungen, die sämmtlich unter ein¬ 
ander verbunden sind, und in einander Überflüssen können; 
aber auch im Stande sind, sich gänzlich von einander aüszu-. 
schliessen. Dieses Letztere geschieht dadurch, dass die Theilung 
der Ströme in den Anastomosen aufhört und nunmehr der 
aufsteigende Strom gänzlich in einen absteigenden übergeht 
und umgekehrt. Nun kommt der Verf. zu den Bewegungen 
in den Haaren einiger Pflanzen. Die Säftecyklose, sagt er, 
in den Zellen besteht nicht in einer einfachen Drehung eines 
ungeteilten Stromes um eine Axe, sondern dadurch, dafs die 
anastomosirenden Ströme vielmehr ihre Einheit in den einzel¬ 
nen Kreisen haben, welche die Maschen der Stromnetze, in 
sich selbst zurückkehrend, bilden. Hierauf von der vorhan¬ 
denen Schnelligkeit des Saftes unter verschiedenen Umständen. 
Die bewegende Kraft sei vorzüglich in der Contraction der 
Gefässe gegründet, dann habe auch der Lebenssaft selbst 
grossen Antheil daran, und vorzüglich werde die Richtung 
des Stromes dadurch bestimmt. Sie liege in dem organischen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.