Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik im Jahre 1841
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29421/8/
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verhält es sich aber mit dem Safte von Musa paradisiaca, 
dessen Plasma ganz farblos ist. Die chemische Natur der Ge¬ 
rinnsel lasst sich auf zwei Hauptarten zuriickführen, auf das 
Kautsehuck-Gerinnsel, welches der Verf. Elatin nennt, und auf 
das Klebharz-Gerinnsel, welches erViscin nennt. Das Viscin 
scheine ein Gemenge von Elatin, Wachsfett und Gummi zu 
sein. Hierauf folgen die chemischen Analysen des Lebenssaf¬ 
tes, und auch eine Analyse der Milch des Kuhbaums vom 
Verfasser selbst. Die diätetischen und medicinischen Wirkun¬ 
gen des Lebenssaftes werden angeführt, auch von der Umbil¬ 
dung des Holzstoffes in Lebenssaft gehandelt. Gummi und 
Zucker in dem Serum der Lebenssäfte verhalten sich gerade 
so, wie Zucker und Gummi in Holzsäften. Nun folgt die Be¬ 
schreibung der Lebenssaftgefässe selbst, und zuerst wird das 
Gefässnetz aus manchen Pflanzen dargestellt, dann redet der 
Verf. von den Wandungen und von den Verzweigungen der¬ 
selben. Die Altersverschiedenheiten zeigen sich zuerst in den 
contrahirten Lebenssaftgefässen, deren Charakter darin besteht, 
dass sie der ganzen Länge nach contrahirt sind, aber einzelne 
expandirte Stellen zeigen, und dann in den expandirten Le¬ 
benssaftgefässen, die in ihrer ganzen Ausdehnung erweitert und 
von Saft aufgeschwollen erscheinen, aber einzelne contrahirte 
Stellen zeigen. Die letzten Entwickelungsstufen sind die arti- 
culirten Lebenssaftgefässe. Es giebt aber manche Uebergänge 
der Formen; so bemerkt man in manchen Pflanzen eine dop¬ 
pelte Schicht von Lebenssaftgefässen, und die innere Schicht 
ist gewöhnlich die contrahirte, die äussere die expandirte Form. 
Die verschiedene Grösse und Form des Querdurchschnittes 
wird angegeben. Was die Lage betrifft, so sagt der Verf., 
es leide keinen Zweifel, dass in allen Gefässbiindeln die Spi- 
ralgefässe noch Lebensgefässe um sich haben, und dieser Aus¬ 
spruch wird in den Monokotyledonen und den Farm besonders 
nachgewiesen. Es folgt nun die Entwickelungsgeschichte der 
Lebensgefässe in den Rindenschichten der Bäume. Die Rinde 
besteht aus zwei Systemen, dem Oberhaut-System und dem 
eigentlichen Rinden- oder Gefässrinden - System. Zu jenem 
gehören Mohls Epidermis und Periderma, die aber naturge- 
mäss nicht leicht zu trennen sind, und eben so machen die 
Lebenssaftgefässe mit den sie bedeckenden Bündeldecken oder
        

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