Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik im Jahre 1841
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29421/67/
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areae ebenfalls auf den vertikalen Zellenwänden; der farblo¬ 
sen Zellenreihen sind drei bis sechs, der kleinen grünen aber 
nur eine Schicht. Der Verf. beschreibt ferner die Lamellen 
auf der obern Fläche der Blätter von vielen Polytrichum-Ar- 
ten, welche Hob. Brown zuerst bemerkte. Sie fangen da, wo 
der untere scheidenartige Theil des Blattes in den obern, 
mehr ausgebreiteten übergeht, in geringer Zahl an, dann ver¬ 
mehrt sich diese und nimmt gegen die Spitze wieder ab, so 
dass die mittlern Lamellen die längsten sind, die seitlichen die 
kürzern, und dass das Ganze, von oben betrachtet, eine 
bauchige, oben und unten sich zuspitzende Figur bildet. Sie 
befinden sich meistens auf den Nerven, doch wenn diese 
schmal sind, auch daneben. Die Zahl derselben ist nach der 
Breite des Nerven verschieden, ln der Mitte des Nerven ste¬ 
hen sie senkrecht, an den Seiten sind sie mehr geneigt, und 
die äussersten liegen zuweilen flach auf. An Lyellia fand der 
Verf. diesen Bau ebenfalls, und zwar viele, nämlich 24 La¬ 
mellen. An Gymnostomum ovatum fand er keinesweges ein 
mit körniger Materie erfülltes Säckchen auf jeder Seite, wie 
einige behauptet haben, sondern nur vier der oben beschrie¬ 
benen Lamellen. Der Verf. frägt an, ob diese Lamellen viel¬ 
leicht dazu dienen mögen, die Feuchtigkeit länger zu erhalten 
und ihre Einsaugung von aussen zu verstärken, gleich den 
gegliederten Fäden, von denen sich dasselbe vermuthen liesse. 
Zuletzt über die Poren der Moose. Sie finden sich bei den 
Laubmoosen nur an der Erweiterung, welche die äussere 
Haut des Fruchtstiels macht, bevor sie sich über den Kapsel¬ 
schlauch fortsetzt, um die vollständige Kapsel zu bildern Der 
Verf. zeigt nun, dass sie sich dem Baue nach von dem Bau 
dieser Organe an den Phanerogamen nicht wesentlich unter¬ 
scheiden, wenn man auch ihnen nicht dieselbe Verrichtung 
zuschreiben könne. 
Ueber das Zellgewebe der Moose, besonders 
von Hypnum lucens, von M. Ch. Morren. Bullet, d. 
l’Ac.ad. r. d. sc. d. Bruxell. 1841. T. 1. p, 68. Die Beobach¬ 
tungen des Verf. sind für den Ursprung der Zellen im Pflan¬ 
zenreiche wichtig. Er nahm einen jungen Trieb (innovatio) 
von dem genannten Moose, und untersuchte ein Blatt, so jung 
er es erhalten konnte, nämlich nur von \ oder \ Millimeter.
        

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