Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik im Jahre 1841
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29421/31/
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von den Monokotyledonen, und betrachtet darin, eben so wie 
vorher, ein aufsteigendes und absteigendes Gefass - System. 
Nur, sagt der Verf., ist hier der Unterschied, dass die Ge- 
fässbiindel auf Hindernisse an den Knoten der Basis der Zwie¬ 
bel u. s. w. stossen, und sich hier auf mancherlei Weise ver¬ 
wickeln. Er kommt hiebei auf einige Gegengründe gegen seine 
Theorie. Man sagt, führt er an, die Gefasse, welche aus 
dem Stamm in die Knospen gehen, weichen von ihren We¬ 
gen, um in die Knospen zu gelangen. Aber, setzt er 
hinzu, man sieht Spiralgefässe in den Knospen und diese 
könnten doch nur aus den Gefässen des Markringes kommen, 
wie nun aber, wenn das Mark des Stammes an vielen Bäu¬ 
men zerstört ist, wie man an vielen Bäumen bemerkt? Aber 
noch mehr, fährt der Verf. fort, man sieht gar oft, dass 
Knospen, welche wahre Spiralgefässe haben, sich auf der 
Wurzel entwickeln, worin dergleichen nicht vorhanden sind. 
Nein, sagt er, nichts Fasriges, nichts Zeitiges, nichts Festes 
endlich, steigt aus dem Stamme oder den Aesten auf in die 
Knospen, um sie zu bilden; Alles formirt sich dort von selbst 
aus organisirbaren, und nicht aus organisirten Elementen, in¬ 
dem im 'Gegentheil ausgebildete und zum Theil organisirte 
Säfte (cambium) in dem flüssigen Gewebe sich noch bilden 
und fest werden, indem sie aus diesen Knospen in die Aeste, 
aus den Aesten in die Stämme und aus den Stämmen in die 
Wurzeln übergehen, durch eine Art von Verlängerung, die 
dem Fortwachsen der Wurzeln analog, wenn nicht gar mit 
derselben einerlei ist. 
Der Verf. gehört zu den geistvollen Männern, welche 
Alles zu generalisiren streben, aber sich doch dabei von der 
Natur nicht entfernen, sondern die Gegenstände mit einem 
richtigen Blick auffassen. Es ist ursprünglich die Lehre von 
Petit-Thouars, aber mit Scharfsinn und Kenntniss ausgeführt. 
Gaudichaud hat, meiner Ansicht nach, völlig recht, wenn er 
sagt, nichts Fasriges, nichts Zelliges, nichts Festes steige aus 
dem Stamme oder den Aesten in die Knospen auf, um sie zu 
bilden. Wie der Kern des Samens entsteht die Knospe für 
sich, in den Winkeln der Blätter, in einer Erweiterung des 
Stammes oder des Astes; ein Haufen von Zellgewebe macht 
den Anfang, dann folgen die Spiralgefässe oder auch Spiroi-
        

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