Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik im Jahre 1841
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29421/13/
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ren Durchmesser und von einem in dem Stamme und den 
Aesten meistens einfachen Verlauf nichts gemein. Auch in 
Rücksicht der deutlichen Milchgefässe kann ich nicht mit dem 
Verf. einerlei Meinung sein. Er bildet diese seine Lebenssaft- 
gefässe zuweilen im Stamm sehr verästelt ab, wo sie es nicht 
sind, z. B. im Stamme von Papaver somniferum, wo sie zwar 
nebeneinander hinlaufen, doch ohne Verbindung, bis oben in 
Nähe der Kapseln, wo erst häufige, aber nur kurze Verbin¬ 
dungen Statt finden. Ein netzförmiges Anastomosiren der Ge- 
fässe habe ich seltener gesehen. Und doch müssten sie, auch 
im Stamme, sehr verästelt sein, wenn sie zur Ernährung und 
überhaupt zum Leben bedeutend beitragen sollten. Der Verf. 
sucht den wesentlichen Character seiner Lebenssaftgefässe in 
dem Contractions- und Expansionsvermögen, und behauptet, 
dass die Bewegung zum Theil durch Contraction geschehe, 
aber beides ist gewiss nicht richtig. Ich habe die Bewegung 
in weiten Gefässen gesehen, ohne die mindeste Contraction, 
und wenn die Gefässe wechselnd zusammengezogen und er¬ 
weitert sind, wie man sie allerdings zuweilen doch selten be¬ 
merkt, so hört alle Bewegung in ihnen auf. Der wahre Cha¬ 
racter besteht in der körnigen Masse, die sich in ihnen befin¬ 
det, und in der wahren Verästelung, die sie in den flachen 
Theilen annehmen, da sie hingegen in den langen geraden 
Theilen oft einfach sind. Wenn man die Säftebewegung in den 
Pflanzen mit der Circulation des Lebenssaftes oder des Bluts 
in den niedern Thieren vergleicht, so habe ich nichts dage¬ 
gen, nur frage ich, mit welchen niederen Thieren, denn be¬ 
kanntlich ist die Circulation hier sehr verschieden, und oft 
gar wenig klar. Was der Verf. gegen die Lehre sagt, dass 
der Saft im Holze aufsteige und in der Rinde zurückkehre, 
scheint mir leicht zu widerlegen. Er sagt nämlich: Wenn 
wir im Winter und Frühling sich das Holz unserer Bäume 
mit Saft füllen und in regster Thätigkeit begriffen sehen, er¬ 
scheint das Rindeleben in Ruhe und Unthätigkeit. Das ist 
sehr richtig, aber eben darum fliesst der Saft aus dem Holze 
in Menge aus, weil er in die Rinde nicht dringen kann. Dass 
die Bildungen aus der Rinde ganz ohne unmittelbare Wirkun¬ 
gen des Holzes geschehen, bezweifele ich sehr. — Uebrigens ist 
G*
        

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