Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik im Jahre 1840
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29420/95/
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etwas davon zu sagen. Dass die Stoffe, welche aus dem Hu¬ 
mus durch Wasser ausgezogen werden, nicht hinreichen, um 
den Kohlenstoff zu liefern, welcher sich in den Pflanzen findet, 
ist auf eine sehr überzeugende Weise dargethan. Umgekehrt 
möchte man wünschen, dass eben so überzeugend dargethan 
wäre, dass die atmosphärische Luft, welche die Pflanzen um- 
giebt, durch die Menge der enthaltenen und von der Pflanze 
zerlegten Kohlensäure hinreiche, ihr den Kohlenstoff zu geben, 
dessen sie zur Ernährung bedarf. Was der Verf. in dieser 
Rücksicht anführt, ist sehr willkürlich. Er berechnet das Ge¬ 
wicht der ganzen Atmosphäre; der tausendste Theil des Ge¬ 
wichts ist Kohlensäure nach Saussure’s Versuchen, und so folgt 
für den Gehalt an Kohlenstoff eine Summe von Pfunden, wel¬ 
che die Menge des Kohlenstoffs in den Pflanzen weit über¬ 
trifft. Er nimmt ferner an, dass die Oberfläche der Blätter 
der Pflanzen noch einmal so viel beträgt, als die Oberfläche 
des Bodens, worauf sie wachsen, und dass in jeder Zeitsecunde, 
8 Stunden täglich von einem Morgen, der Luft TöVö iîires 
Gewichts an Kohlensäure entzogen wird, woraus dann folgt, 
dass diese Blätter in 200 Tagen 1000 Pfund Kohlenstoff auf¬ 
nehmen. Die letzte Behauptung ist ganz hypothetisch; die 
erste Berechnung gründet sich darauf, dass die Kohlensäure in 
der ganzen Luft gleichförmig vertheilt sei, was doch keines- 
weges ganz ausgemacht ist. Versuche im Wardschen Apparat 
würden viel überzeugender sein. Weiter redet der Verf. vom 
Aufnehmen des Sauerstoffs in die Pflanzen, ebenfalls von Saus¬ 
sure zuerst entdeckt, und sagt, dieser Process habe mit dem 
Leben der Pflanze nicht das Geringste gemein, der Sauerstoff 
werde in den Pflanzen verwandt, die geruch- und geschmack¬ 
losen Blätter von Agave americana nehmen wenig auf, die 
ölhaltigen von Pinus Abies mehr, die Gerbsäure haltenden von 
QuercusRohur noch mehr, die balsamischen (??) vonPopulus alba 
unter diesen am meisten. Wie zweifellos und augenscheinlich, 
fügt der Verf. hinzu, zeigt sich diese chemische Action in den 
Blättern des Cotyledon calycina, der Cacalia ficoides und an¬ 
dern, sie sind des Morgens sauer, wie Sauerampfer (daran fehlt 
noch viel), gegen Mittag geschmacklos, am Abend bitter (nicht 
zu merken), in der Nacht findet sich also ein reiner Säure- 
bildungs-, Oxydationsprocess ein, die Säure geht in Substanzen
        

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