Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Jahresbericht über die Arbeiten für physiologische Botanik im Jahre 1840
Person:
Link, Heinrich Friedrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit29420/79/
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der Li dienen durch Soredien geschieht, und an allen den Fol¬ 
gen, die daraus gezogen werden. 
Algen. 
Bemerkungen über Spongilla fluviatilis von John 
Hogg in Transact, of the Linnean Society of London V. 18 
P. 3 (1840) p. 363 und 368. In dem ersten Aufsatze erklärt 
sich der Verf. für die vegetabilische Natur dieses Organismus. 
Er könne nicht glauben, dass die samenartigen Körper der 
Spongilla die Eier von einer Cristatella (vagans) seien, da er 
nie eine solche Cristatella in ihrer Nähe gefunden habe. In 
dem zweiten wichtigen Aufsatze erzählt er umständlich seine 
Beobachtungen über die Spongilla. Im Jahre 1838 bemerkte 
er einige keimartige (germlike) Körper, die in dem Napfe her¬ 
umschwammen, worin sich eine Masse von gut vegetirender 
Spongilla befand. Sie sind zwar klein, aber mit blossem Auge 
zu sehen, weiss, von einer kuglichten oder vielmehr ovalen Ge¬ 
stalt, der untere und kleinere Theil ist undurchsichtig, der 
obere durchsichtig und häutig. Ihre Bewegungen waren eben 
so auffallend als zierlich; sie stiegen von der Spongilla am 
Boden des Gefässes bis zur Oberfläche, sie schwammen lang¬ 
sam auf der Oberfläche, oder fuhren durch das Wasser, wie 
ein Luftballon in der Luft; sie näherten oder entfernten sich 
von einander, sie schwebten an einer Stelle ruhig, oder dreh¬ 
ten sich in Kreisen umher. Immer aber bewegten sie sich so, 
dass der runde Theil voran war. Dann brachte er einen von 
diesen Körpern in ein Ehrglas, und erneuerte das Wasser täg¬ 
lich zwei- bis dreimal. Zuerst bewegte sich der Körper, drehte 
sich dann langsam um die Axe, setzte sich endlich fest und 
verwandelte sich in eine weisse, undurchsichtige Substanz, die, 
so wie sie im Wasser wuchs, gallertartig erschien, aber trocken 
kleine Zellen und Fasern und Spiesse zeigten. Um dieselbe 
Zeit machte er einen Versuch mit den samenartigen (seedlike) 
Körpern, die er sporules nennt. Er nahm sie von der Spon¬ 
gilla ab, und setzte sie in eine Tasse, die er mit Wasser an¬ 
füllte und zweimal täglich erneuerte. Diese Körper bewegten 
sich nicht, aber nachdem sie einige Zeit gelegen hatten, drang 
aus der Oeffnung an ihrer Spitze eine weiche, undurchsichtige 
Substanz, .welche den Samen an die Tasse klebte. Diese Sub-
        

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